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Sam's Söibluemewy
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Die Bauernfamilie Berger lebt im blühenden Goldrausch

Eine gelbe Blume hat das Leben der Familie Berger in Homberg bei Thun verändert: Alles dreht sich um den Löwenzahn.
SAM’S SÖIBLUMEWY, HOMBERG (BE) / ad

Samuel Berger (38) ist ein Tüftler. «Was ich nicht kenne, interessiert mich», sagt er von sich. So kam es, dass der Viehzüchter und Milchbauer immer gerne Rebbau betrieben hätte, die Lage seines Betriebes in Homberg bei Thun BE aber solche Experimente nicht zuliess. Warum also nicht das zu Wein verarbeiten, was auf einem Milchwirtschaftsbetrieb im Überschuss vorhanden ist? Zum Beispiel Löwenzahnblüten. Gesagt, getan: Heute vermarkten Samuel und seine Frau Susanne (36) Berger 6500 Flaschen Löwenzahnwein pro Jahr. «denn das Gute liegt so nah.»

Erster Versuch: Erfolg

Die Idee und das Grundrezept für seinen Löwenzahnwein fand Samuel Berger im Jahr 2000 in einem alten Rezeptbuch. «Lass es uns probieren», sagte er wie schon so oft zu seiner Frau.  Er setzte einige Kilo Löwenzahnblüten an und kelterte sie im eigenen Keller. Zur Taufe seiner Tochter Rahel tischte er den Gästen vom eigenen Wein auf und erntete Lob. Ein neuer Betriebszweig auf dem Hof von Susanne und Samuel Berger war geboren.

Im folgenden Jahr kelterten Bergers 400 Flaschen als Versuch, ob die Kunden dieses Produkt überhaupt kaufen würden. Und die taten es: Innert kürzester Zeit war die ganze Produktion ausverkauft. Bergers reagierten und stockten auf; zuerst auf 1600 Flaschen, seit einigen Jahren sogar auf 6500 Flaschen pro Jahr – und es könnten noch mehr sein.

Es folgten Spezialitäten

Der Erfolg machte Samuel Mut und weckte erneut seinen Erfindergeist: Er entwickelte den Söibluemelikör und den im Eichenfass ausgebauten Löwenzahnwein. Etwas später folgten dann die mit Söibluemewy gefüllten Schoggikrugel, ein Projekt mit der Konfiserie Steinmann in Thun. Und es ist noch lange nicht Schluss: Jetzt tüfteln Bergers an einem alkoholfreien Getränk und an anderen Produkten, wie mit Soibluemewy verfeinerte Käse- und Wurst-Spezailitäten.

«Das tönt alles zu einfach, ganz so einfach ist es aber nicht», sagt Susanne Berger. Sie hätten auch Rückschläge hinnehmen müssen. «Doch unsere Devise war immer: ‹Nicht aufgeben, sondern besser machen›. Es steckt viel harte Arbeit und liebe Menschen dahinter.» Sie denkt dabei an die vielen freiwilligen Helfer, die sich jeweils auf Abruf bereithalten, um bei gutem Wetter die Löwenzahnblüten zu ernten. «Eine Knochenarbeit», versichert Berger. Geerntet wird eine halbe Tonne Blüten, was einer Fläche von fünf Hektaren entspricht. Gepflückt wird von Hand, obwohl Samuel schon lange an einer mechanischen Lösung herumstudiert.  «Eventuell könnte man aus einem Pferderechen etwas basteln»

Kooperation mit Spiez

Den  Erntehelfern bezahlen Bergers kein Geld, sie werden mit   Wein entlöhnt. Auch schon wurden aber fixfertig gepflückte Blüten eingekauft, für 8 Franken pro Kilo. Zum Vergleich: Zehn Pflücker bringen es pro Tag auf 100 Kilo Löwenzahnblüten. Noch am gleichen Abend werden die Blüten angesetzt und nach einer Woche kann der noch trübe Wein abgepumpt werden. Den Ausbau und die Kelterung übernimmt seit einigen Jahren die Rebbaugenossenschaft Spiez. Nach drei bis vier Monaten, wenn die Gärung abgeschlossen ist, wird abgefüllt und der neue Wein kommt auf den Markt.

Wichtiges Einkommen

«Die grösste Arbeit kommt aber erst», sagt Berger, «die Vermarktung.» Verkauft wird der Wein direkt ab Hof, an ausgesuchte Gastronomiebetriebe Läden und als Firmengeschenke. Der Verkaufspreis liegt beim Söibluemewy bei  Fr. 13.50 und beim Barrique bei Fr. 25.– pro Halbliter, beim Likör bei 16 Franken pro «Zweidezi». «Heute sind die gelben Blumen ein wichtiger Betriebszweig», sagt Susanne Berger. Auch finanziell habe sich das Söiblumengeschäft zu einer guten Ergänzung zur Milchproduktion entwickelt.

www.loewenzahnwein.ch


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Daniel Banga [15.09.06 12:17]