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Miscanthus

Das erste Schilfhaus ist fertig

Das erste Schilfhaus der Schweiz in Bannwil wurde vor Kurzem bezogen. Der neu entwickelte und schon patentierte Baustoff "Miscanthus-Beton" aus Chinaschilf wurde dabei in Elementbauweise verwendet. Am 25. und 26. November ist Tag der offenen Türe.
Vielleicht wird ja auch das erste Chinaschilfhaus in Bannwil bald mit Chinaschilf beheizt? / sam

Jörg Will ist sichtlich stolz auf sein «Schilfhaus». Das in Bannwil entstandene Haus ist der Ersatz für das abgebrannte «Stöckli» auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Familie Will in Ursenbach, das wegen baurechtlichen Problemen nicht wieder aufgebaut wurde. Obschon tatsächlich ein erheblicher Teil des Hauses aus Miscanthus, auch Chinaschilf genannt, gebaut ist, sieht man nur noch an einer Hausecke ein Stück der Elementkonstruktion mit dem «Miscanthus-Beton» genannten Baustoff. Der Rest des Hauses ist unter Diffutherm-Platten verkleidet und rot gestrichen.

Wetterfester Baustoff

Jörg Will betont, dass der Baustoff eigentlich nicht hätte verkleidet werden müssen.  Man könne den Baustoff auch einfach einfärben und dann so belassen. Der Miscanthus-Beton sei aber noch weiter zu entwickeln  und zudem gelte es, weitere Erfahrungen zu sammeln: «Im Moment haben wir erst das Know-how für eingeschossige Bauten»,  erklärt Will.  Er träumt auch davon, dass bald einmal mehrgeschossige Bauten erstellt werden können.

Die Elementbauweise erlaubt es, dass weitere Schilfhäuser sehr schnell aufgerichtet werden. Auch beim Haus in Bannwil dauerte das Aufstellen  der Elemente im Juli nur wenige Tage (der «Schweizer Bauer» berichtete). Weil aber die  Elemente noch zu feucht gewesen sind, musste man mit dem Ausbau länger warten.

Schilf als Chance für Bauern

Jörg Will  als Präsident der Interessengemeinschaft Miscanthus ist überzeugt, dass Chinaschilf  für viele Bauern gerade im Mittelland eine Chance sein könnte, zumal die Chinaschilfkulturen sehr unproblematisch punkto Bearbeitung und Ernte seien. Neben der Verwendung im Hochbau sieht Will aber grosse Chancen für den Miscanthus-Beton für die Herstellung von Lärmschutzwänden: «Im Miscanthus-Beton steckt viel weniger graue Energie als im herkömmlichen Lava-Beton», Der Miscanthus-Beton ist lärmdämmend, was auch durch eine TÜV-Prüfung bestätigt wurde.

Beton ist patentiert

Mittlerweile ist der Baustoff in mehreren Ländern patentiert. Stefan Heiter, Präsident der Nawaro AG, welche die Patente für den Baustoff besitzt, streicht die ökologischen Vorteile von Schilf als Baustoff heraus: «Schilf ist schliesslich ein nachwachsender Rohstoff», betont Heiter. Aber auch finanziell soll die Bauweise konkurrenzfähig sein.  Jörg Will öffnet nun sein «Schilfhaus» am 25. und 26. November für die Öffentlichkeit. Dabei können sich alle Interessierten vor Ort über den Baustoff informieren.

Bildergalerie vom Bau

Bilder vom fertigen Schilfhaus


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Samuel Krähenbühl [17.11.06 13:07]
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