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(2/12): Wirkungsweise der Homöopathie

Nicht jedem Tier hilft dasselbe Mittel

Die Behandlung von chronischen Leiden dauert länger als diejenige akuter Krankheiten; dies eine der Regeln, die in der Homöopathie berücksichtigt werden muss. Auch sonst gibt es viele Punkte, die eingehalten werden sollten.
Die Homöopathie erfordert eine ganzheitliche Krankheitsbetrachtung. / (Bild: zvg)

Die Haltung, die allgemeine körperliche Verfassung und das Temperament haben einen grossen Einfluss auf die Krankheitsanfälligkeit eines Tieres. Da die Homöopathie eine ganzheitliche Krankheitsbetrachtung erfordert, müssen diese Eigenschaften bei der Wahl des Mittels berücksichtigt werden. Gegebenenfalls muss die Haltung optimiert werden.

Es kann vorkommen, dass an der gleichen Krankheit leidende Tiere ganz unterschiedliche Mittel benötigen. Für die Verschreibung sind neben dem allgemeinen Charakter und der Persönlichkeit des Tieres vor allem die Umstände der Krankheitsäusserung und die Ursachen des Leidens wichtig.

Was ist zu beachten?

Der Heilung mit homöopathischen Mitteln geht meist eine Erstverschlimmerung oder Erstreaktion voraus. Darunter versteht man ein Akzentuieren der körperlichen Symptome, wobei sich das Allgemeinbefinden des Tieres bessert. Tritt dies ein, so ist die Arzneimittelgabe einzustellen und erst wieder aufzunehmen, wenn sich die alte Grundkrankheit wieder entwickeln sollte. Dies sollte auch zum Anlass genommen werden, die Arzneimittelwahl zu überprüfen.

Zu beachten gilt auch, dass die Erholungszeit des Organismus im Verhältnis zum Auftreten der Krankheit stehen muss. Das heisst, die Heilung chronischer Leiden dauert länger als diejenige akuter Krankheiten. So sollten Sie bei akuten Krankheiten eine Wirkung innert weniger Stunden beobachten können, während man bei chronischen Leiden schon eine bis zwei Wochen warten muss, bis sich – auch für Aussenstehende sichtbar – etwas ändert.

Dosierung

Als Faustregel für die Häufigkeit der Dosierung gilt: Je akuter die zu behandelnde Erkrankung und/oder je niedriger die gewählte Potenz, desto häufigere Gaben sind angezeigt. In akuten Fällen müssen die Mittelgaben öfters wiederholt werden, z.B. eine Gabe stündlich oder sogar drei- bis viermal pro Stunde. Seltener werden sie bei weniger akuten Fällen verabreicht.

Für Schafe, Ziegen, Kälber, Schweine, Rinder und Pferde gelten folgende Richtwerte: 2 Tabletten, 5 bis 7 Globuli oder Tropfen. Damit die Mittel ihre volle Wirkung entfalten, empfiehlt es sich, die Globuli oder Tabletten in etwas Wasser aufzulösen und danach die flüssige Arznei mit einer Einwegspritze direkt ins Maul zu flössen. Homöopathische Arzneimittel sollten nicht mit metallenen Gegenständen wie Löffel verabreicht werden.

Wichtig zu wissen

Wie verabreiche ich die Mittel?

Ohne die Arznei mit den Händen zu berühren, streut man die Globuli oder Tabletten direkt auf die Zunge oder die Maulschleimhaut der Tiere, wo sie haften bleiben und resorbiert werden, also zur Wirkung kommen. Globuli und auch Tabletten lassen sich in Wasser auflösen und mit Hilfe eines Plastiklöffels oder einer Einwegspritze einflössen.

Kann ich mehr als ein homöopathisches Mittel auf einmal geben?

Es ist das passendste Mittel zu wählen. Werden verschiedene Mittel eingegeben, besteht die Gefahr, dass mit den unnützen, falschen Mitteln eine Arzneimittelprüfung gemacht wird, welche die Ursymptome der Krankheit verschleiern und eine Heilung schwieriger machen. Die echte Krankheit und die Kunstkrankheit – so bezeichnet Hahnemann, der Vater der Homöopathie, die Krankheitssymptome, die bei den Arzneimittelprüfungen auftreten – überlagern sich und beanspruchen die Lebenskraft des Kranken unnötig.

Haben homöopathische Mittel Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Wenn trotz allem nebenwirkungsähnliche Symptome auftreten sollten, sollte der Tierarzt konsultiert werden.

*Der Autor ist Geschäftsführer der Firma Homöopharm in Oensingen SO. Für weitere Informationen: Internet www.homoeopharm.ch oder Tel. 062 3883220.


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André Ackermann* [18.11.06]