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Es empfiehlt sich, beim Milchvieh die Leberfunktion frühzeitig zu unterstützen. Denn häufig sind erhöhte Zellgehalte in der Milch, Fruchtbarkeitsprobleme, Labmagenverlagerungen oder auch Klauenprobleme Folgen von Stoffwechsel- oder von chronischen Verdauungsstörungen. Oft treten sie im Milchviehstall erst um Wochen oder gar Monate verzögert auf. Die wirkliche Ursache lässt sich kaum noch feststellen.
Natürlich vorbeugen
Eine fachgerecht aufbereitete Kräutermischung mit Bestandteilen wie Wermut, Schafgarbe oder Bockshornkleesamen beeinflusst den Leberstoffwechsel und damit die Verdauung positiv. Gelber Enzian als weiteres Beispiel regt den Appetit, die Speichel- und Magensaftsekretion an.
Der homöopathische Wirkstoff Nux vomica wird eingesetzt bei Kolik, Leberschwellung, Magen-Darm-Störung, Verstopfung und Durchfall, Spasmus (Krämpfe), bei Fütterungsfehlern, Festliegen vor der Geburt. Kühe, die unter diesen Symptomen leiden, sind sehr gute Fresser. Daher ergeben sich Verdauungsstörungen nach dem Fressen mit heftigen Koliken, manchmal Blähungen, Anus verkrampft, klemmt beim Misten den Schwanz an. Es sind meist lebhafte, reizbare, lärmempfindliche Tiere. Verschlimmert wird das Ganze durch Kälte, Luftzug und kaltes Futter.
Gegen Durchfall
Es gibt in der Nutztierhaltung viele Gründe für das Auftreten von Durchfall. Meist ist es infektiös, fütterungsbedingt oder durch psychischen Stress verursacht. Die wichtigste Massnahme gegen Durchfall ist, die Tiere einen Tag lang hungern zu lassen und ihnen in einem Eimer handwarmes Wasser zur Verfügung zu stellen. Dem Wasser können zusätzlich 2 bis 3 Liter Kamillentee oder Schwarztee beigefügt werden, in schwereren Fällen zusätzlich Eichenrindentee.
Die Homöopathie kennt drei wichtige Durchfallmittel:
Arsenicum album: Die Tiere sind leicht, abgemagert, kraftlos, aber sehr nervös. Das Fell ist struppig, schuppig und ohne Glanz. Sie sind rastlos und bewegen sich ständig. Die Tiere haben periodisch Durchfall oder Hautveränderungen mit brennenden Schmerzen. Alle Beschwerden lassen sich durch Wärme lindern. Die Tiere sind sehr durstig. Sie trinken oft, aber immer nur wenig kaltes Wasser. Arsenicum album hat sich auch bei Kälberdurchfall bewährt. Arsenicum album ist ebenfalls ein vorzügliches Mittel bei Durchfallerkrankungen nach Einnahmen von verdorbenem, gefrorenem oder verschmutztem Futter.
Podophyllum: Breiflüssiger, heftiger Durchfall mit gallenartigen Beimengungen, reichlich, in hohem Bogen, «Hydrantenstuhl», mit unverdauten Futterbestandteilen, schaumig mit Blasen, laute Darmgeräusche mit Abgang von Blähungen. Die Kuh säuft viel kaltes Wasser. Die Zunge ist schlaff und weiss mit viel Speichel.
Veratrum album: Schwerer akuter Durchfall infektiöser oder toxischer Natur. Kot wie Reiswasser, schleimig, reichlich, unter Kraftanstrengung häufiger Absatz, fast geruchlos, manchmal mit Kolikschmerzen verbunden. Das Tier fühlt sich kalt und feucht an, besonders die Beine, ist zudem stark erschöpft und hat oft Untertemperatur.
*André Ackermann ist Geschäftsführer der Firma Homöopharm in Oensingen SO. Internet: www.homoeopharm.ch oder Tel. 062 3883220.
Ernst Gubler ist Bereichsleiter Tiergesundheit der Andermatt BioVet AG, Internet: www.biovet.ch.