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ePaper Schweizer Bauer
«Die grossen Getreidesilos zeigten, dass in unserer Region einmal der Getreidebau eine wichtige Rolle spielte. Flächen sind genügend vorhanden, also machten wir einen Versuch. Um das neu zugepachtete Land ansäen zu können, mussten wir zuerst einmal das dürre Gras verbrennen. Erst nachher war Pflügen möglich. Der Frost hat gute Vorarbeit geleistet so dass der Packer, den wir hinter dem Pflug herzogen, schon ein schönes Saatbeet machte. Wegen der Unebenheiten war dennoch ein Arbeitsgang mit der Egge nötig.
Gerste und Hafer
Wir haben dann 80 ha Sommergerste und 40 ha Hafer gesät. Versuchsweise noch 5 ha Weizen und 5 ha Ackerbohnen.
Auf eine Düngung haben wir bewusst verzichtet. Über die Nährstoffversorgung im Boden wussten wir ja nichts. So gaben die Kulturen über den Sommer doch Aufschluss. Durch das schnelle Wachstum kam dann nur wenig Unkraut, darum haben wir erst einmal keine Herbizide angewendet. Im Juli zeigte sich stellenweise, dass viele Quecke vorhanden waren. So entschlossen wir uns, vor dem Dreschen 40 ha mit Roundup abzuspritzen. Nach der Ernte ist das hier nicht mehr möglich, weil das Wachstum im Herbst stark reduziert ist. Winterweizen wird Mitte September gesät.
Auswuchs und Verluste
Genau an dem Tag, an dem wir den Mähdrescher bestellt haben, begann es zu regnen. Und zwar für unsere Region mit 600 mm Jahresniederschlägen ganz ungewöhnlich . Dies 5 Wochen lang. Das Weizenfeld wurde durch Auswuchs wieder grün. Bei der Sommergerste, die ohnehin recht kurz war, waren die Ähren teilweise so tief, dass der Mähdrescher den Halm darüber abschnitt und sie auf den Boden fielen. Der Ertrag deckte den Aufwand natürlich nicht, da der Preis sich nach dem Weltmarkt richtet, während derErntezeit lag dieser bei Fr.150.– pro Tonne. Aufgeben werden wir den Getreidebau deswegen nicht. Aber wir haben dazugelernt, und einiges lässt sich noch verbessern.
Der Silomaisversuch
Im 2006 haben wir 70 ha Silomais für unseren Betrieb und 50 ha für einen anderen Betrieb gesät mit einem 4-reihigem Gerät. Leider ist den russischen Traktoristen das Geradeausfahren nicht in die Wiege gelegt. Bei den zwei verschiedenen Sorten, die wir angebaut haben, konnte kein sichtbarer Unterschied festgestellt werden. Es sind zwar Hybriden, aber noch nicht die geeigneten für unser Klima. Die meisten Betriebe setzen noch auf Masse und nicht auf Qualität. Syngenta hat uns für die halbe Fläche verschiedene Herbizide zu Verfügung gestellt. Die Ergebnisse waren auch sehr aufschlussreich. Der Zeitpunkt des Spritzens ist aber der Schlüssel zum Erfolg. Bis Ende August war der Mais wegen des schlechten Wetters stark im Rückstand. Dank dem schönen Herbst ohne Nachtfröste konnten wir einen mittleren Ertrag ernten. Unsere Mechaniker haben den alten Häcksler gut revidiert, so dass der Mais innert 10 Tagen im Silo war. Die Wildschweine haben wieder geschadet und viele Nester umgedrückter Stängel hinterlassen.
Mit 7 Scharen gepflügt
Nach der Maisernte galt es das schöne Wetter auszunutzen und sofort mit Pflügen zu beginnen. Den russischen 5-Schar-Beetpflug haben wir auf 7 Scharen vergrössert. Auf Parzellen mit wenig Ernterückständen macht er hinter dem 150-PS-Traktor gute Arbeit. Auf den anderen Felder haben wir einen 4-Schar-Wendepflug mit grossem Scharabstand eingesetzt. Er wurde mit der Unordnung der Wildschweine problemlos fertig. 200 ha sind nun für das nächste Jahr bereit zum Säen. Der Frost wird uns das Eggen ersparen, und die Winterfeuchtigkeit bleibt besser erhalten. Im Frühjahr bleibt immer wenig Zeit. Kaum ist der Schnee weg kommt der Sommer. Je früher gesät, desto früher ist das Getreide reif, umso besser sind die Mähdrescher verfügbar.
Unser Futterbau
Durch den vielen Regen gab es auch viel Gras. Vom ersten Schnitt machten wir Siloballen. So konnten wir früh vom zweiten Schnitt Dürrfutter machen. 300 Rund