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Schädlinge bei Tomaten

Viruskrankheiten bei Tomaten –„Pepino mosaik“ oder Rhabdovirose?

Das Pepino mosaic virus beunruhigt die Tomatenproduzenten. Je nach Sorte kann es zu Ertragseinbussen führen. Untersuchungen der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW haben nun zum Nachweis eines Rhabdovirus geführt, das mit dem Pepino mosaic virus verwechselt werden kann.

Beim Pepino mosaic virus handelt es sich um ein gefährliches Virus, das bei Tomatensaatgut zu den Quarantäne-organismen gehört. Die Pflanzenschutzverantwortlichen und Gemüsebauberater prüfen deshalb die Tomatenproduktion sehr genau und unterbreiten dem Virologielabor der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW regelmässig verdächtige Pflanzen. Diese Untersuchungen haben kürzlich zum Nachweis eines Rhabdovirus geführt, dessen Symptome mit jenen des Pepino mosaic virus verwechselt werden können.

Erstmals 1999 aufgetreten

Das Pepino mosaic virus (PepMV) trat in Europa auf Tomaten erstmals im Jahre 1999 auf, und zwar in niederländischen und englischen Gewächshäusern. Es ist bei Tomaten (Solanum lycopersicum) und Pepino (S. muricatum), einer in Europa selten angebauten Art, hoch
infektiös. Seit seinem Auftreten wurden Anstrengungen zur Eindämmung der Krankheit unternommen.

Dennoch scheint diese in verschiedenen Tomatenanbaugebieten Europas Fuss zu fassen. In der Schweiz hat Agroscope das Virus seit 2004 identifiziert und in den befallenen Betrieben ausgerottet. Das PepMV ist ein sehr stabiles Virus, das bei den laufenden
Gewächshausarbeiten leicht durch Kontakte übertragen werden kann. Die Übertragung ist auch über die durch Fruchtsaft von befallenen Früchte oberflächlich kontaminierten Samen möglich. Diese Krankheit ist also sowohl auf Grund der Ertragseinbussen als auch auf Grund
der Kosten für Vorbeugungs- und Ausrottungsmassnahmen, insbesondere der Desinfektion der Werkzeuge und Installationen, von Bedeutung.

Eine weitere Tomaten-Viruserkrankung kann mit dem Befall durch das Pepino mosaic virus verwechselt werden. Es handelt sich um eine Rhabdoviruserkrankung, hervorgerufen durch den die scheckige Verzwergung der Eirfrucht (EMDV : eggplant mottled dwarf rhabdovirus).
Seit 1992 wurde es sporadisch in der Schweiz nachgewiesen. Gemäss neulich erschienen iranischen Studien, wird dieses Virus durch Kleinzikaden der Gattung Agallia übertragen. In einigen Mittelmeerländern ist es auf Auberginen und Tomaten endemisch. Diese Viruserkrankung wird jedoch als für die Tomate weniger gefährlich eingestuft.

Mit Ausnahme der zitronengelben, eckigen Blattflecken und der Marmorierung auf den Früchten anfälliger Sorten sind die von PepMV hervorgerufenen Symptome wenig charakteristisch. Das Virus kann sogar vorhanden sein, ohne merkbare Symptome hervorzurufen.
Das Rhabdovirus EMDV führt bei den Tomatenblättern zu einer starken Aufhellung der Blattadern, was der Pflanze ein gelbliches Aussehen verleiht. Manchmal kann auch ein leichter Zwergwuchs beobachtet werden. Bei den Früchten verleihen unregelmässige, chlorotische
Flecken der Frucht ein geschecktes Aussehen. Diese Symptome können mit jenen des PepMV verwechselt werden. Das EMDV führt aber bei anfälligen Sorten zu heftigen Reaktionen der Früchte, die verbeult, klein und deformiert sind.

Allein auf Grund der beobachteten Symptome kann keine genaue Diagnose gestellt werden, die gezielte Massnahmen erlauben würde. Besteht der Verdacht auf eine Infektion, muss deshalb das in Pflanzenvirologie spezialisierte Labor beigezogen werden. Zur Diagnose wird in einem ersten Schritt auf eine elektronenmikroskopische Untersuchung abgestellt. Das PepMV gehört zur Familie der Potexviren, Viren die aus 510 nm langen und 15 nm dicken, fadenförmig gewundenen Partikeln bestehen. Diese Viren erreichen oft eine hohe Konzentration in den Geweben, so dass sie sich bei einer einfachen Analyse leicht nachweisen lassen.

Zur Erkennung des EMDV ist es dagegen – je nach untersuchtem Gewebe oder Wirt – notwendig, das Virus anzureichern und zu reinigen. Die Teilchen des Rhabdovirus EMDV sind sehr charakteristische, 220 x 90 nm messende, von einer Hülle umgebene bazillenförmige Viruspartikel. Die Diagnose wird normalerweise durch serologische, molekulare und biologische Methoden ergänzt.

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Maria-Elena Ramel [08.01.07 11:52]
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