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GVO-Anbau

FAL-Studie zu Gentech unter Beschuss

Gegen die FAL-Studie, welche die Koexistenz von GVO- und GVO-freier Landwirtschaft in der Schweiz als möglich bewertet, macht sich Opposition breit.

Der SAG (Verein Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie) empört sich über die Studie der FAL Reckenholz zur Gentech-Anbau-Empfehlung der Eidgenössischen Forschungsanstalt.

Die Schlussfolgerungen der Studie zur Koexistenz von Gentech-Anbau und Nicht-Gentech-Anbau in der Schweiz gingen an den biologischen, landwirtschaftlichen und ökonomischen Realitäten vorbei.

Die Studie habe offenbar das Ziel, Gentechnik in der Schweizer Landwirtschaft möglich zu machen, schreiben die die Gentech-Kritiker in einem gemeinsamen Communiqué vom 28. April.

Wichtige Faktoren bleiben in Studie ausgeblendet

Die FAL habe die Frage nach Nutzen, Zielen, Kosten, Risiken und Nebenwirkungen von Koexistenz ausgeblendet, lautet der Vorwurf der Naturschützer. Die Distanzempfehlungen der FAL von 50 m für Körnermais resp. 25 m für Silomais seien rekordverdächtig, denn sie seien kürzer als bei fast allen anderen relevanten Publikationen, mokieren sie sich.

Zudem sind die Abstände für eine zulässige Verunreinigung bis 0.5 % festgelegt, was einer schleichenden Kontamination gentechfreier Produkte gleichkommt. Die Annahme, dass dies von der grossen Mehrheit der Schweizer Produzenten, die sich zu Gentechfreiheit und Qualitätssicherung verpflichtet haben (Suisse Garantie, IP Suisse, Bio Suisse), akzeptiert würde, sei völlig realitätsfremd, heisst es weiter.

Zweifelhafte Empfehlungen im Konzept

Das FAL-Koexistenzkonzept für Raps mit einer Distanzregelung von 50 m widerspricht wissenschaftlicher Information über das Auskreuzungsverhalten von Raps.

Nach Fachkreisen muss mit zwischen einigen hundert Metern bis zu einigen Kilometern Pollenflug gerechnet werden. Zudem wird sich Gentech-Raps in der Region mit Gentech-Anbau wegen der Überlebensfähigkeit der Samen und dem starken Durchwuchsverhalten von Raps anreichern und verbreiten, was als zusätzliche Einkreuzungsquelle unberechenbar wird.

Der Vorschlag des FAL unterwandert mit seinen Empfehlungen das Gentechnik-Gesetz, da Pflanzen, die wie Raps auswildern können, nicht bewilligt werden sollten.

Verantwortung auf Landwirte abgeschoben

Die vorgeschlagenen Abstandsregelungen haben zum Ziel, dass "höchstens 0.9% GVO in jeder Wagenladung sein sollten, die der Landwirt an der Sammelstelle abgibt". Wird diese Limite überschritten, führt das gemäss Lebensmittelrecht zur Kennzeichnung dieser Produkte als "gentechnisch verändert". Damit ist aber das ganze GVO-Risiko auf die Schultern der Landwirte gelegt.

Interessant bleibt, dass Koexistenz auch bei kleinen Abständen Kosten verursacht. Das lässt sich auch aus der FAL-Studie ableiten. Auch wenn nur geringe Abstände eingehalten werden müssen, fällt ein Mehraufwand für die Landwirte durch Planung, Absprachen, Reinigung von gemeinsam genutzten Maschinen, Analysen an und allenfalls werden Investitionen für neue Bauten notwendig. Damit tragen die Landwirte im FAL-Konzept nicht nur das Risiko sondern auch die Kosten.

"Gentechfrei-Initiative dringend nötig"

Das Koexistenzkonzept der FAL sei korrekturbedürftig. Ein Anbau-Moratorium für Gentech-Pflanzen, wie es die Gentechfrei-Initiative fordert, bleibe dringend notwendig.

Die Umsetzung des Gentechnik-Gesetzes darf in der Praxis nicht zu chaotischen Auswirkungen führen. Die Landwirtschaft kann sich in der angespannten wirtschaftlichen Lage eine solche Erschwerung ihrer Produktionsbedingungen nicht erlauben, schreibt der SAG als als Initianten der Gentechfrei-Initiative. Der SAG gehören mehrere bäuerliche Vereinigungen an, sowie Konsumenten- und Tierschutz-Organisationen.

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Rudolf Haudenschild bp [28.04.05 17:06]