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Feuerbrand

Feuerbrand: Es brennt flächendeckend

2007 ist das schlimmste Feuerbrandjahr überhaupt. Noch ist keine Besserung in Sicht. Der Befall wird sich ausweiten. Im Ausland dürfen die Obstbauern Antibiotika einsetzen, in der Schweiz bisher nicht.

«Die Lage ist katastrophal. Der Super-GAU im Obstbau ist eingetreten. Wir haben einen flächendeckenden Brand!», sagen die Pflanzenschutz-Fachleute der Ostschweiz. Betroffen sind vor allem die Kantone Thurgau und St.Gallen.  Aber auch in der Zentralschweiz, im Kanton Luzern sieht es nicht viel besser aus. Experten gehen davon aus, dass sich der  Befall auch in den Kantonen Zürich, Graubünden, Aargau und Schwyz  verstärkt ausbreiten wird. Das warme und feuchte Wetter gefällt dem Feuerbrand. Eine Entspannung der Situation ist erst im Verlauf des Sommers zu erwarten.

Über 100 Hektar Obstkulturen befallen

Weit über 100 Hektar Obstkulturen sind von der Krankheit befallen – so viele Obstbäume wie  noch nie. «Im Kanton Thurgau sind bis jetzt 170 Befallsmeldungen eingegangen, und wir haben schon über 20 Hektar gerodet»,   erklärt der Thurgauer Pflanzenschutzexperte Hermann Brenner im Interview. In St. Gallen und Luzern sind es jeweils über 10 Hektar Obstkulturen, die  eliminiert werden müssen. Das sind über 100000 Niederstammbäume. Der Ernteausfall wird bei den Äpfeln auf einige  tausend Tonnen geschätzt. Bei den Hochstammbäumen wird  der Befall erst jetzt nach und nach entdeckt. Auch hier wird mit einer dramatischen Situation gerechnet. Eine grossflächige Rodung von  Hochstammbäumen würde   das Landschaftsbild negativ verändern.
Die Thurgauer und die St. Galler Obstproduzenten verlangen zusammen mit dem Schweizerischen Obstverband erneut, Antibiotika im nächsten Jahr zur Bekämpfung  zuzulassen. Die  Obstbauern fürchten um ihre Existenz und fühlen sich gegenüber der Konkurrenz aus Deutschland und Österreich benachteiligt.

In Deutschland werden Antibiotika eingesetzt

Gewisse deutsche Bundesländer, vor allem  die Bodenseeanrainer, durften bei ähnlichen Befallssituationen das Antibiotikum  Streptomycin einsetzen. Heuer wäre  es aber  für einen Einsatz ohnehin zu spät. Für das Bewilligungsverfahren ist das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zuständig. Ein Gesuch kann jeder stellen, der die nötigen Unterlagen einreicht.  Das BLW hatte zuletzt vor sechs Jahren ein solches Gesuch  abgelehnt.  Die Obstproduzenten können sich  nicht gegen diese  Art von Einkommensausfall versichern. Müssen Kulturen  vernichtet werden, so entschädigen Bund, Kantone und  Gemeinden zum Teil den Verlust. Für den  Produzenten ist es aber sehr schwierig, später wieder im Markt Fuss  fassen zu können. 


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Martina Müller [22.05.07 17:51]
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