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Feuerbrand: 2007 ist schlimmstes Feuerbrandjahr aller Zeiten

Der Feuerbrand ist eine sehr gefährliche Bakterienkrankheit des Kernobstes und einiger nah verwandter Zier- und Wildgehölze. Diese Krankheit, verursacht durch das Bakterium Erwinia amylovora, bedroht die Obstbäume in hohem Masse. Der Feuerbrand-Krankheitserreger kann sich in einem Baum äusserst rasch vermehren und ausbreiten.
Ein Zweig mit deutlichen Symptomen: Durch den schwarzen Apfel links unten drang die Feuerbrandbakterie ein. / sja

Der Feuerbrand ist eine sehr gefährliche Bakterienkrankheit des Kernobstes und einiger nah verwandter Zier- und Wildgehölze. Diese Krankheit, verursacht durch das Bakterium Erwinia amylovora, bedroht die Obstbäume in hohem Masse. Der Krankheitserreger kann sich in einem Baum äusserst rasch vermehren und ausbreiten. Ein befallener Baum kann innerhalb nur einer Vegetationsperiode absterben. Bekämpfungsmöglichkeiten fehlen weitgehend. Wegen seiner Gefährlichkeit wurde der Feuerbrand zur gemeingefährlichen Krankheit erklärt. Für befallene Pflanzen besteht eine Meldepflicht.

Entwicklung des Feuerbrandes

In kranken Pflanzen überwintert der Feuerbrand im befallenen Rindengewebe (Canker) an Ästen und Stamm. Im Frühling vermehren sich die Bakterien bei feucht warmem Wetter in riesigen Mengen und werden in Form von Schleimtröpfchen ausgeschieden. Frisch gebildete Schleimtropfen sind milchig-weiss, sie verfärben sich mit der Zeit rot-braun. Aus diesen Schleimtropfen werden die Bakterien durch Wind, Regen, Insekten, Vögel und Schnittwerkzeuge (!) auf andere Wirtspflanzen übertragen. Die Bakterien dringen durch die Blüten und noch nicht verholzte Triebe in die Pflanze ein. Die Krankheit breitet sich
weiter in Trieben und Ästen aus und erreicht unter günstigen Bedingungen Stamm und Wurzel. Kurze Zeit nach der Infektion welken befallene Blüten und Triebe, Triebspitzen biegen sich auf charakteristische Weise U-förmig nach unten.

Abgestorbene Zweige verfärben sich braun bis schwarz,ohne jedoch Blätter und Früchte abzustossen. Sie machen einen verbrannten Eindruck (Feuerbrand). Feuchtigkeit und Wärme fördern die Krankheitsentwicklung stark. Die befallene Rinde wird rissig und sinkt etwas ein. Unter der Rinde ist das befallene Gewebe feucht, schleimig und rot-braun verfärbt. Diese Befallsstellen (Canker) stellen
eine neue Infektionsquelle dar, von denen aus durch Verfrachtung von Bakterien erneut andere Wirtspflanzen infiziert werden können.

Wirtspflanzen

Feuerbrand befällt neben dem Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) auch folgende Zier- und Wildgehölze aus der Familie der Rosaceen, Unterfamilie Pomoideae (Kernfruchtgewächse): Amelanchier (Felsenbirne), Crataegus (Weissdorn), Sorbus (Bsp.: Vogelbeere,
Mehlbeere), Cotoneaster (Steinmispel), Photinia davidiana (Stranvaesia), Pyracantha (Feuerdorn), Chaenomeles (Scheinquitte), Eriobotrya japonica (Wollmispel), Mespilus germanica (Mispel).
Die Blühzeit dieser verschiedenen Wirtspflanzenarten erstreckt sich vom Frühling bis weit in den Sommer hinein, so dass für die Bakterien fast die ganze Vegetationsperiode günstige Infektionsbedingungen
vorhanden sind.

Hochanfällige Wirtspflanzen z.B. als Bodenbedecker oder Ziersträucher, welche in der Schweiz stark verbreitet sind, spielen bei der unerkannten Verbreitung eine wichtige Rolle.

Pflanzverbot

Für Cotoneaster und Photinia davidiana (Lorbeermispel) besteht seit 1. Mai 2002 eine Schweizerische Verordnung, welche Produktion und Inverkehrbringen verbietet. Einzelne Kantone haben dieses Verbot auf
weitere Feuerbrand-Wirtspflanzen ausgeweitet.

Ausbreitung

Der Feuerbrand wurde in Amerika vor 200 Jahren beobachtet und 100 Jahre später als Bakterienkrankheit beschrieben. In verschiedenen Gebieten der USA hat die Krankheit die Birnen- und Apfelproduktion fast
verunmöglicht.

1957 wurde er erstmals in Europa (England) festgestellt. Anschliessend verbreitete er sich über Dänemark, Niederlande, Belgien, Frankreich und Deutschland auf das Festland. Seit anfangs der 80iger Jahren bedroht
der Feuerbrand die Obstbäume in unmittelbarer Nähe der Schweizergrenze bei Basel und am Bodensee.

1989 trat die Krankheit erstmals in der Nordostschweiz auf Cotoneaster auf. Im 2000 verursachte der Feuerbrand sehr starken Befall in Obstanlagen und an Hochstämmen in der Ostschweiz; im 2001 wurde v.a. Cotoneas

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