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Die Transit-Tiertransporte seien nicht nur tierrechtlich bedenklich, sondern auch wirtschaftlich unsinnig, hiess es am Dienstag an einer Medienkonferenz. Sie bedeuteten ein hohes Risiko für Mensch und Tier entlang der Transportrouten. Unsachgemässe Tiertransporte seien nämlich eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Tierseuchen.
Kantonale Initiative gegen Schlachtiertransporte
Eine kantonale Volksinitiative sei in Zürich lanciert worden. Sie verlangt vom Kanton Zürich die Einreichung einer Standesinitiative gegen EU-Schlachttiertransporte auf Schweizer Strassen. Innert einem halben Jahr müssen nun 6000 Unterschriften gesammelt werden.
Mit einer grossen Zahl von Unterschriften wollen die Initianten ein klares Signal nach Bern senden. Laut SP-Nationalrätin Barbara Marty Kälin geht es darum, die Pläne des Bundesrates zu verhindern, das Verbot der internationalen Schlachttiertransporte aus der entsprechenden Verordnung zu kippen.
Allein die Regelung in einer Verordnung genügt nach Ansicht von Marty Kälin jedoch nicht, da sie dem EU-Recht gegenüber keinen Bestand habe. Sie könne auch jederzeit vom Bundesrat wieder geändert werden.
Die Schweizer Transportvorschriften für Tiere sind wesentlich strenger als jene der EU. Das neue eidgenössische Tierschutzgesetz, das Transportzeiten für Tiere von maximal sechs Stunden erlaubt, ist allerdings noch nicht in Kraft.
Millionen Tiere werden quer durch Europa gekarrt
Alljährlich werden 3 Millionen Rinder, 10 Millionen Schweine, über 3,5 Millionen Schafe und 150 000 Pferde quer durch Europa gekarrt. Die Schweiz muss umfahren werden. Per Bahn wäre der Tiertransport durch die Schweiz möglich, er findet aber nicht statt, weil die nötige Infrastruktur nicht vorhanden ist.
Tiertransporte seien nicht a priori schlecht, sagte Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz (STS). Ein kurzzeitiger Transport mit ruhigem Ein- und Ausladen ohne Zeitdruck, in geeignetem Fahrzeug und bei einer schonenden Fahrweise sei nicht problematisch.
In der EU seien aber extrem lange Tiertransporte zulässig. Häufig seien die grossen EU-Schlachthäuser in Süditalien das Ziel. Die internationalen Tiertransporter seien oft mit eng zusammengepferchten Tieren 40 bis 50 Stunden, manchmal sogar 90 Stunden unterwegs.
Ein Zeitlimit gebe es in der EU-Verordnung nicht, höchstens die Vorschrift, beispielsweise bei Schweinen nach 24 Stunden eine Versorgungspause einzulegen.
Viele Tiere sterben laut Huber regelmässig bereits auf der Fahrt, weil sie dem Transportstress nicht gewachsen sind, aber auch, weil sie die Hitze oder Kälte nicht überstehen. Oft befänden sich verletzte, kranke oder tragende Tiere in den Fahrzeugen, obwohl sie nicht transportiert werden dürften.
Die Transporte zu den weit entfernten Schlachthöfen würden durchgeführt, weil sie weit billiger seien als die Transporte von Fleisch, das gekühlt werden müsse.