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Während der einwöchigen Konferenz hätten sich die Teilnehmenden einigen können: «Der Wille, vom Aussterben bedrohte Nutztiere zu retten, ist bei allen da», sagte Manfred Bötsch, der als Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft der Konferenz vorsass, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Ein Bericht der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hatte zu Beginn der Konferenz aufgezeigt, dass mehr als 20 Prozent aller Nutztierrassen bedroht sind. Der Aktionsplan sieht nun vor, dieses Inventar über die Tierrassen weiter zu führen. Er verpflichtet die Unterzeichnenden weiter, die Tiere nachhaltig zu nutzen.
«Damit konnten wir bei den Regierungen das Bewusstsein fördern, dass wir die Vielfalt brauchen, um gegen den Hunger anzukämpfen», sagte Bötsch. Politisch bezeugen die Teilnehmer dieses Bewusstsein durch die «Erklärung von Interlaken».
Der Aktionsplan sei für die Länder verbindlich. Allerdings habe die FAO keinerlei Durchsetzungs- oder Sanktionsmöglichkeiten. Die FAO könne das ganze nur koordinieren und bei Missständen öffentlich und politisch Druck machen.
Wichtig sei, dass die Erhaltung nicht nur durch eine «museale Archivierung» geschehe, sondern auch ökologische, soziale und wirtschaftliche Komponenten einbeziehe, sagte Bötsch.
NGO kritisieren Aktionsplan
Während der UNO-Konferenz hatten nichtstaatliche Organisationen (NGO) ein Parallel-Forum durchgeführt. Sie kritisierten, dass die Anliegen von Kleinbauern und Hirten nicht genügend berücksichtigt würden. Deren Existenz hänge direkt von den Nutztieren ab. Die NGO machten mit einem Podiumsgespräch und mit der Verlesung ihrer Schlusserklärung an der UNO-Konferenz auf sich aufmerksam.
Hintergrund der erstmals stattfindenden UNO-Konferenz ist die Tatsache, dass einzelne Nutztiere, wie zum Beispiel die Holstein- Kuh, immer mehr die einheimischen Rassen verdrängen. Importierte Arten sind gegenüber den örtlichen Klimabedingungen und Krankheiten zu wenig widerstandsfähig. Bereits machen heute 15 Tierrassen 90 Prozent aller Nutztiere aus.