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In Guatemala lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in grosser Armut. Besonders betroffen sind die indigenen Familien in den ländlichen Gebieten. Vivamos Mejor, eine Schweizer Stiftung mit dem Ziel, die Lebensbedingungen in Lateinamerika zu verbessern, arbeitet seit rund 20 Jahren in Guatemala. Sie engagiert sich vor allem im sozialen und im landwirtschaftlichen Bereich und überträgt die erfolgreichen Projekte von einer Region auf die nächste. Erklärtes Ziel ist, dass sich die Gemeinden der Regionen nach Ablauf der Projektdauer (rund 3 bis 5 Jahre) selbstständig organisieren und den Status der Selbstversorgung nachhaltig durchbrechen.

Vielfältig tätig

Zurzeit betreut Vivamos Mejor drei landwirtschaftliche Projekte im Atitlán-Hochland von Guatemala im Departement Sololá um den Atitlánsee. Eines ist die Verbesserung der Ernte und Lagerung von Getreide, dann die Verbesserung der Produktivität im Gemüseanbau und das dritte Projekt fördert die Umstellung auf biologischen Kaffee.

Der Anbau von Getreide stellt für die Landbevölkerung einen wichtigen Teil ihrer Selbstversorgung sicher. Bedauerlicherweise sind die Kenntnisse über ertragsreiche  Anbau- und Erntemethoden nicht weit verbreitet. Den Landwirten steht während der Projektdauer eine ausgebildete Agrarökonomin beratend zur Seite. Anna Elsa Mansilla, eine dynamische Frau Anfang vierzig, vermittelt das notwendige Fachwissen, wie Anbau,  Ernte und Lagerung verbessert werden können. In der vom «Machismo» geprägten Kultur hat sie als Frau keinen leichten Stand. Da sie aber auf andere Regionen verweisen kann, in welchen ihre Anbaumethoden den gewünschten Erfolg brachten, wird ihre Kompetenz nicht mehr in Frage gestellt.

Falsche Lagerung

Ein weiterer Schwachpunkt war in vielen Gemeinden bis anhin auch die Lagerung. Pilzbefall und Plagen zerstörten jeweils einen Grossteil der Ernte. Angebaut werden Weizen und Mais für den Eigenbedarf. Da praktisch jeder in der Region ausschliesslich Getreide für den Selbstbedarf anbaut, hat es kaum Mengen, die weiterverkauft werden könnten. Es besteht für diese Produkte kaum ein Markt. Schwerpunkt bei diesem Projekt ist es, den Selbstversorgungsgrad durch verbesserten Anbau, Ernte und Lagerung zu erhöhen.

Ähnlich verhält es sich beim Gemüseanbau. Aktuell wird praktisch nur für den Eigenbedarf angebaut. Ziel ist es, nach einer Anlaufzeit Gemüse auf den Märkten in der Umgebung zu verkaufen. 

Einseitige Ernährung

Der Speiseplan der ländlichen Bevölkerung setzt sich vorwiegend aus Kartoffeln, Mais und Bohnen zusammen, was häufig zu Mangelerscheinungen durch Fehlernährung führt. Heute ergänzen Broccoli, Blumenkohl, Randen, Kopfsalat und Kräuter den Speiseplan. Kräuter werden neben der Verwendung in der Küche auch zur Gewährleistung einer minimalen heilmedizinischen Grundversorgung angebaut. Die Ausweitung der Gemüseproduktion hilft einerseits einseitige Ernährung und die damit verbundenen Mangelerscheinungen zu verbessern, anderseits kann damit auch ein  bescheidenes Einkommen erzielt werden.

Neben den fehlenden Fachkenntnissen über Anbau und Ernte kommt für die Bauern noch erschwerend hinzu, dass die Böden in den Hanglagen regelmässig ins Rutschen geraten. Grund dafür sind die fortschreitende Erosion durch Abholzung und das eher raue Klima. Im Oktober 2005 etwa zerstörte der Wirbelsturm Stan grosse Anbauflächen im Hinterland Guatemalas. Um der Erosion entgegenzuwirken, hat Vivamos Mejor eine Baumschule gebaut, welche durch die Gemeinde betreut wird. Sie ist verantwortlich für Anbau und Aufzucht der Jungbäume und entscheidet dann, in welchem Gebiet die Bäume gepflanzt werden.

Kaffeeprogramm

Die klimatischen Bedingungen in Guatemala sind im Grunde genommen ideal zum Kaffeeanbau. Bis anhin fehlten den Leuten aber oft die notwendigen Kenntnisse, um den Kaffee effizient anzubauen, aber auch um ihn anschliessend we

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Rainer Menning
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