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ePaper Schweizer Bauer

Improvac wird in Australien und Neuseeland seit 1998 eingesetzt. Im Januar erfolgte die Zulassung in der Schweiz als erstes Land in Europa. Improvac wird durch die Firma Pfizer vermarktet. Die Impfung gegen Ebergeruch bewirkt, dass das Immunsystem ähnlich wie bei einer Impfung gegen Infektionskrankheiten Antikörper produziert.
Diese natürlichen Antikörper neutralisieren vorübergehend die Hodenfunktion und verhindern dadurch die Bildung des unerwünschten Ebergeruchs. Die Impfung erfordert zwei subkutane Injektionen in den Hals. Der Impfstoff wirkt sehr gut, sofern die Anwendung korrekt ist. Die erste Injektion kann flexibel zwischen 20 und 55 kg Lebendgewicht verabreicht werden (z.B. beim Einstallen). Die zweite muss mindestens 4 Wochen nach der ersten und zwischen 4 und 6 Wochen vor der Schlachtung bei etwa 75 bis 80 kg LG erfolgen.
Ebern und Kastraten
Die geimpften Tiere werden bis zur zweiten Injektion wie Jungeber gemästet. Danach verhalten sie sich wie Kastraten. Um das Leistungsniveau der geimpften Tiere zu erfassen, wurde in diesem Jahr ein Exaktversuch an der Forschungsanstalt ALP Posieux durchgeführt.
Von 13 Würfen wurden je 4 Vollbrüder ausgewählt. Einer wurde chirurgisch kastriert, einer geimpft und zwei als Eber gemästet. Alle wurden mit einem Lebendgewicht von 107 kg geschlachtet.
Über die ganze Mastperiode war der Tageszuwachs der Kastraten demjenigen der geimpften Tiere ähnlich (siehe Tabelle). So konnten die geimpften Tiere im gleichen Alter wie die Kastraten geschlachtet werden (161 Tage). Da die Eber tendenziell einen tieferen Tageszuwachs erreichten, wurden sie im Duchschnitt 3 Tage später geschlachtet. Der Futterverzehr der Kastraten lag pro Tag im Mittel um 130 g über demjenigen der geimpften Tiere. Infolge des gleichen Zuwachses und des höheren Futterverzehrs wiesen die Kastraten eine schlechtere Futterverwertung als die geimpften Tiere auf.
Schlachtkörperqualität
Aufgrund des unterschiedlichen Gewichts verschiedener Organe und des Urogenitaltrakts ist die Schlachtausbeute der Kastraten um etwa 1% höher als diejenige der geimpften Tiere. Der MFA der geimpften Tiere betrug im Mittel 55.3%. Ihre Schlachtkörper wiesen gemäss Preismaske von Proviande sehr gute Werte auf. Die Fettdicke an der Kruppe war tiefer als bei den Kastraten, was die Fettzahl verändern kann und dadurch eine Anpassung des Fettsäuremusters im Futter nötig machen könnte.
Im Zusammenhang mit dem Ebergeruch waren die Gehalte von Indol, Skatol und Androstenon im Fett sehr niedrig und demjenigen der Kastraten vergleichbar. Dies bestätigt die Wirksamkeit des Impfstoffs, da die gleichzeitig gemästeten Eber mittlere bis hohe Konzentrationen an Skatol und Androstenon im Fett aufwiesen.
Mehr über Immunokastration beim Eber lesen Sie im «Schweizer Bauer» vom 15. Dezember 2007.