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Dioxin im Fleisch

Dioxin in Fleisch - Verkehr und Müllverbrennung schuld für Gift

Im Schweizer Fleisch sind hohe Werte des Dioxingiftes PCB gemessen worden. Allerdings werde kein Schweizer Grenzwert überschritten, heisst es beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Schuld an der Dioxin-Belastung sind laut einer EU-Studie nicht die Bauern, sondern die generelle Luftbelastung.
Kehrichtverbrennungsanlagen sind die Hauptsünder für die hohe Dioxin-Belastung in der Umwelt. Aus den Abgasen gelangt das Dioxin ins Fleisch.

Besonders hohe Werte des Dioxin-verwandten Giftes PCB hat das BAG bei Schweizer Rind- und Kalbsfleisch festgestellt. Beim «Kalbfleisch extensiv» etwa liegen 44 Prozent der Proben über dem EU-Grenzwert für Dioxin und PCB. Diesen Sammelgrenzwert führt die Schweiz dieses Jahr ebenfalls ein.

Dioxin und PCB sind krebserregende Umweltgifte, die übers Tierfutter und die Umwelt in Lebensmittel gelangen.

Der Leiter Lebensmittelsicherheit des BAG, Michael Beer, bestätigt in der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens (SF), die erhöhten Giftwerte: «Rind- und Kalbsfleisch sind primär davon betroffen. Wir müssen jetzt genau schauen, was die Ursache ist, um das Problem einzukreisen und Massnahmen einzuleiten.»

Dioxin-Belastung seit 1999 gesenkt

Die neusten Erkenntnisse zeigen eine positive Entwicklung auf, sagt der Bericht des BAG: «Die Dioxin-Werte konnten seit 1999 dank wirkungsvollen Massnahmen zur Reduktion der Emissionen massiv gesenkt werden; es bestehen keine Hinweise auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko und bei den untersuchten Proben wurden keine in der Schweiz geltenden Höchstwerte überschritten.»

Zudem wurden bei den bisher untersuchten Lebensmitteln keine in der Schweiz geltenden Höchstwerte überschritten. Auch gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, welches eine Änderung des Konsumverhaltens erfordern würde.

EU-Studie: Dioxin kommt aus der Luft 

Die Fakten zur Dioxinbelastung sind allerdings schon länger bekannt. Laut einer EU-Studie aus dem Jahr 2001 sind die Emissionen durch Dioxine vor allem auf Emissionen von Müllverbrennung, Chemikalienherstellung und Verkehr zurückzüfuhren. Der Transport über die Luft und die Ablagerung von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB seien die Hauptquellen für die Kontamination von Blattgemüse, Weideland und Raufutter: «Blätter werden entweder von weidenden Tieren direkt abgegrast oder geernet und in getrockneter Form (Heu) oder Silage konserviert», heisst es in der EU-Studie.

Coop reagiert auf Studie

Beunruhigt über die BAG-Studie zeigt sich Coop. Der Grossverteiler hat aktuell Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Butter und Eier ebenfalls auf Dioxin getestet. Die Proben lagen unter den Grenzwerten.

Silvio Raggini, Leiter des Coop-Zentrallabors, sagt in der Sendung «10vor10»: «Die Behörden müssen einen Dioxin-Massnahmeplan erstellen, dort wo Grenzwerte erreicht sind.»

Der Bund reagiert jetzt mit einem Aktionsplan. Unter der Leitung des Bundesamts für Landwirtschaft wird nach möglichen Gründen für die Belastung mit Dioxin-ähnlichem PCB geforscht. Michael Beer vom BAG bestätigt gegenüber «10vor10»: «Ziel ist es, bis Ende Jahr Massnahmen umzusetzen.»

Bundesrat muss sich mit Problem befassen

Das dauert der Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) Simonetta Sommaruga, zu lange. «Die Konsumenten haben ein Recht auf tiefere Dioxinwerte. Bis Ende Jahr wollen wir nicht auf konkrete Massnahmen warten,» sagt Sommaruga gegenüber «10vor10».

Die Berner SP-Ständerätin wird in der März-Session eine Anfrage beim Bundesrat einreichen. Sie will wissen, warum das Bundesamt für Gesundheit die brisanten Daten ein halbes Jahr lang unter Verschluss gehalten hat.


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sam [29.01.08 10:48]
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