Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR

«Wo man zu Hause war, geht man gerne zurück.» Die Rede an den Agroline Feldtagen in Birrfeld AG am Freitag, 13. Juni war für den gelernten Bauern Christoph Blocher ein Heimkommen. Rund 900 Zuhörer – ein gefülltes Festzelt – empfingen ihn herzlich.
Landwirtschaft ist unverzichtbar
Ein Thema brannte allen Anwesenden unter den Nägeln: die geplante Öffnung des Agrarsektors. Blocher machte keinen Hehl daraus, dass er im Industriebereich durchaus für Öffnung sei – und auch davon profitiere. Die Ems-Chemie produziere zu 96 Prozent für den Export, erklärte er. Aber für die Landwirtschaft fordert Blocher eine Ausnahme: «Sie können nur etwas dem freien Handel unterstellen, auf das Sie auch verzichten können», fasste er seine Haltung zusammen. Aber auf die Landwirtschaft wolle man ja nicht verzichten. Diese brauche es, um Nahrungsmittel zu produzieren, um das Land als Lebensgrundlage zu erhalten und um der Entvölkerung der Berggebiete entgegenzuwirken.
«Warum will man trotzdem einen Agrarfreihandel mit der EU?», fragte Blocher. Die Antwort gab er gleich selber: Der Hintergedanke sei der EU-Beitritt. Vordergründig werde nun etwas von günstigeren Preisen erzählt.
Leuthard mache Fehlrechnung
25 Prozent tiefere Konsumentenpreise verspricht sich Bundesrätin Doris Leuthard beim Agrarfreihandel mit der EU. «Eine Fehlrechnung», meint Blocher. Als Beispiel habe er das Fertigprodukt Stocki untersucht und festgestellt, dass der Kartoffelpreis weniger als 25 Prozent der gesamten Kosten ausmache. «Der Bauer müsste noch draufzahlen, um seine Kartoffeln abliefern zu können», rief Blocher.
Christoph Blocher wirkte locker und gelassen und erntete oft Applaus. Votanten aus dem Publikum dankten ihm für seine Worte und bestätigten seine Ausführungen. Der abgewählte Bundesrat fühlte sich unter seinen Berufskollegen – «Bauer ist der einzige Beruf, den ich gelernt habe» – sichtlich wohl.
Bei Agroline ist man zufrieden
Nicht nur zu Christoph Blochers Rede erschienen die Besucher zahlreich. «Dank vielen Gruppen aus der Westschweiz und Bern hatten wir am Donnerstag einen Publikumsrekord», resümiert Hans Hirschi, Organisator der Agroline Feldtage. Drei Tage lang konnten sich die Landwirte in Birrfeld über neuste Erkenntnisse im Ackerbau informieren und austauschen.
Bildergalerien von den Feldtagen
Berichte im Vorfeld der Feldtage:
Bilder aus den Versuchsfeldern
Christoph Blocher wehrt sich gegen Agrarfreihandel
Hans Hirschi zieht eine positive Bilanz zu den Feldtagen