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ePaper Schweizer Bauer

«Schweizer Bauer»: Wie bist du dazu gekommen, dich für das Züchten von Braunvieh zu interessieren?
Nadine Camichel: Eigentlich durch meinen Vater, welcher selber sehr viel Freude am Züchten und an den Kühen hat. Als ich klein war, interessierten mich die Kühe noch nicht so sehr, das kam erst mit der Zeit, als ich begann, meinen Vater an Viehschauen zu begleiten. Und jetzt führe ich die Kühe auch selber vor.
Du bist dieses Jahr alleine mit zwei Kühen an die Expo Lausanne gereist. Was für eine Erfahrung war das für dich?
Zuerst hatte ich schon etwas «Bammel». Die erste grosse Schau, dann noch mit dem Sammeltransport Es war weit weg, und ich konnte nicht einfach rasch zu Hause anrufen, es solle mir jemand helfen kommen. Aber es war spannend vor so viel Publikum, mit so vielen anderen Züchtern. Alle waren hilfsbereit, und ich lernte viele Leute kennen. Alles in allem eine super Erfahrung, auch wenn das Resultat mit einem zweitletzten und einem 6. Rang nicht gerade berauschend war.
Was war das beste Resultat, welches du je erzielt hast?
Das war an der Dreiländerschau im April 2007 in Graun/Südtirol. Damals hatten wir die Vize-Championne mit Sydney von Prelude. Das war einfach gewaltig.
Auf was für einem Betrieb lebst du?
Ich lebe zusammen mit meinen Eltern und meinen zwei jüngeren Schwestern auf einem 42 ha Betrieb in Bergzone 4. Wir haben rund 20 Kühe und Jungvieh, zwei Pferde und noch ein paar Hühner für den Eigenbedarf.
Wie siehst du deine Zukunft?
Momentan bin ich in der Lehre als Fachfrau Hauswirtschaft, welche noch anderthalb Jahre dauert. Was ich nachher mache, steht noch nicht fest. Wenn es irgendwie geht, möchte ich später den Betrieb übernehmen.
Eine Zukunft ausserhalb der Landwirtschaft?
Das kann ich mir schlecht vorstellen. Die Landwirtschaft bedeutet mir alles. Ich bin so gerne im Betrieb, auf dem Land, man ist ein freier Mensch. Ich sehe auf jeden Fall eine Zukunft für die Schweizer Landwirtschaft. Nahrungsmittel braucht es immer, und in Zukunft wird Nahrungssicherheit und Regionalität vielleicht wieder wichtiger.