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Man habe mit diesem Boykott ein Zeichen setzen wollen, die Botschaft, dass eine Erhöhung des Erzeugermilchpreises dringend notwendig wäre, sei auch angekommen.
Von den Marktpartnern - Molkereien und Handel - gebe es entsprechende positive Signale, so Grünzweil. Vor allem aber sei in den vergangenen Tagen der Druck innerhalb der Bauernschaft "unmenschlich" gewesen. "Wir haben gesehen, dass wir den ersten Schritt machen müssen", so der Obmann.
IG Milch dankt Milchbauern
Die IG Milch hat, wie berichtet, vor einer Woche die heimischen Bauern dazu aufgerufen, keine Milch mehr an die Molkereien zu liefern, um höhere Preise durchzusetzen. Grünzweil forderte heute erneut einen Bauernmilchpreis von durchschnittlich 47 Cent netto je Liter in mehreren Etappen. Derzeit liegt der Preis bei durchschnittlich 39 Cent.
In einem Offenen Brief an alle Milchbäuerinnen und -bauern bedankt sich die IG Milch für die Teilnahme an den Boykottmaßnahmen. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, "den Druck zurückzunehmen und aufeinander zuzugehen, um in konstruktive Verhandlungen einzusteigen und den Forderungskatalog so weit als möglich durchzusetzen", heißt es hier.
Nach Angaben des Bauernbundes haben die Streikmaßnahmen innerhalb der Milchbauern zu großen Konflikten geführt. Zum Teil wurde auch von Einschüchterungsmaßnahmen gegenüber jenen Landwirten berichtet, die sich nicht an dem Boykott beteiligen wollten.
Lieferausfälle im Durchschnitt zwischen 20 und 25 Prozent
Nach Angaben der IG Milch waren heute rund 15.000 Milchbauern an dem Boykott beteiligt und bewirkten Lieferausfälle von bis zu 60% - mit großen regionalen Unterschieden. Laut Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) verzeichneten die Molkereien nur einen durchschnittlichen Ausfall zwischen 20 und knapp 25%. So verzeichnete etwa Gmunder Milch laut APA einen Rückgang um 37%.
Die Käseproduktion wurde vorerst gestoppt, sagte Molkerei-Chef Günther Geislmayr zur APA. Von ähnlichen Maßnahmen wurde auch bei der Salzburger Alpenmilch und bei der Pinzgau Milch berichtet. Die NÖM meldete heute einen unveränderten Lieferausfall zwischen 17 und 20%. Vom Milchstreik war auch die Berglandmilch mit Sitz in Pasching bei Linz betroffen. Die Ausfälle machten am Mittwoch zwischen 10 und 20% aus, hieß es.
Salzburg: Qualitätszuschuss des Landes für Milch wird erhöht
Ein positives Signal zum Thema Milchpreis wird in Salzburg gesetzt: Agrarlandesrat Sepp Eisl kündigte heute an, er werde den Qualitätszuschuss des Landes für Milch von 0,4 Cent auf 0,72 Cent pro Liter anzuheben. "Das entspricht der Höhe des Beitrags vor dem Regierungswechsel 2004. Damals hatte die SPÖ die Abschaffung dieser Zahlung verlangt. Ich bin der Meinung, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt mit unseren Milchbauern solidarisch erklären und ihnen unsere Unterstützung auch durch Taten zeigen müssen", so Eisl.
Er will 50% der rund EUR 850.000,-, die das Land für diese Maßnahme aufbringen muss, aus Mitteln des Agrarressorts aufbringen. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sei gefordert, die zweite Hälfte des Betrags aus dem allgemeinen Haushalt des Landes, dem die Kürzung ja auch zugutegekommen war, aufzubringen", forderte Eisl.