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Feuerbrand

Kaum Aussicht auf Streptomycin-Zulassung für Baumschulen

Schlechte Zukunftsaussichten für Baumschulen in Feuerbrand-Gebieten: Sie werden auch künftig kaum eine Genehmigung zum Einsatz von Streptomycin gegen die Obstbaumkrankheit bekommen. Damit vielen nur die Wahl zwischen Betriebsaufgabe und Umzug.
Baumschulen werden auch in Zukunft wohl kein Streptomycin gegen Feuerbrand spritzen dürfen.

Ein Einsatz von Streptomycin in Baumschulen «kommt nicht in Frage», sagt Hans Dreyer, Leiter der Sektion Zertifizierung, Pflanzen- und Sortenschutz des Bundesamtes für Landwirtschaft (BfL). Junge Bäume, die weiterverkauft werden, müssten hundertprozentig feuerbrandfrei sein.

Öfter spritzen

Das lasse sich aber mit Streptomycin nicht sicherstellen. Bei einem Wirkungsgrad des Antibiotikums von 80 Prozent, bliebe das Risiko, dass ein Teil der Jungbäume die Infektion weitertragen könne.

Zudem müsste in Baumschulen öfter als die bewilligten drei Mal gespritzt werden, weil die Jungbäume länger anfällig seien. Trotzdem könne keine völlige Gesundheit gerantiert werden.

In Baden-Württemberg in Baumschulen zugelassen

Friedrich Merz, Fachreferent für Pflanzenschutz beim Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Baden- Württemberg, kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. In Baden-Württemberg ist der Streptomycin-Einsatz auch in Baumschulen möglich.

Das Mittel ist generell für Kernobstkulturen im Erwerbsobstbau zugelassen. Die Einschränkungen für den Einsatz sind ansonsten gleich wie in der Schweiz. Es blieben ja keine Antibiotika- Rückstände an den Jungbäumen bestehen, meint Merz.

Trennung zwischen Obstbau und Baumschulen

Dagegen betont Dreyer: «Bei Baumschulen sind wir anspruchsvoller als bei Äpfeln». Letztere könnten nämlich die Krankheit nicht mehr weiterverbreiten. Baumschulen seien «fast inkompatibel in Gebieten mit stark vernetzter Obstproduktion».

In solch gemischten Systemen gingen bei Feuerbrand-Befall «die Baumschulen zuerst k.o.» Das bedeute, dass Baumschulen entweder den Betrieb aufgeben, aus Feuerbrandgebieten ausziehen oder ihre Produktion auf andere Gehölze umstellen müssten: Steinobst, Nussbäume oder Kastanien beispielsweise.

Sonst bleibe in der Schweiz der Umzug in Gegenden mit Getreide- statt Ostanbau. Eine Thurgauer Firma ist denn auch schon in den Kanton Zürich umgezogen, wie der Thurgauer Pflanzenschutzberater Urs Müller erklärt: «Dahin wo's keine Obstbäume hat».

Neuer Antrag für 2009

Müller findet aber die Argumentation des BfL «nicht nachvollziehbar». Er teilt die Meinung von André Altwegg, der beim Verband Jardin Suisse für die Baumschulen zuständig ist: «Baumschulen sind eben dort, wo Obstbau betrieben wird und nicht dort, wo man Getreide anbaut».

Auch Bruno Pezzatti, Direktor des Schweizerischen Obstverbandes, meint, die Baumschulen sollten 2009 eine Streptomycin-Bewilligung bekommen. Auch Jardin Suisse will erneut einen Antrag einreichen, wie Altwegg sagt.

Aber auch das wird kaum helfen. Der Antrag müsste nämlich von der Firma kommen, die das Mittel in der Schweiz vertreiben will. Die hatte für 2008 die Baumschulen in ihrem Antrag nicht genannt, so Dreyer.


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sda [19.07.08 10:20]
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