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Den Haushalt im Schuss halten, Feines kochen, Kinder hüten, Gartenbeete jäten oder die Wäsche machen: agriHome bietet Dienstleistungen in allen Bereichen des Haushalts an. «Einzig die Pflege von Leuten gehört nicht zum Angebot von agriHome», erklärt Claudia Bucher-Estermann, Bäuerin in Rain LU. Sie ist Leiterin von agriHome und sorgt sich zusammen mit Pia Winiger-Weingartner (Vermittlerin) und Josef Erni um die Geschäftsleitung des jungen Unternehmens. Das Projekt ist vor einem Jahr aus einer Offensive der Luzerner Bäuerinnen entstanden.
Haushalten aufwerten
«Die Philosophie von agriHome ist, die Haushaltsarbeit aufzuwerten und gleichzeitig unseren Mitarbeiterinnen die Möglichkeit zu bieten, zu einem fairen Lohn einer Arbeit nachzugehen», erklärt Bucher weiter. Das Projekt hat im Juli dieses Jahres seinen ersten Geburtstag gefeiert. Dies mit einer erfreulichen Bilanz, welche beweist, «dass unser Angebot einem Marktbedürfnis entspricht». Die Zahl der effektiv geleisteten Stunden hat sich innerhalb von zwölf Monaten von 0 auf über 3200 vervielfacht. Insgesamt waren bisher 18 Frauen im Einsatz. «Bei uns arbeiten nebst Bäuerinnen auch Frauen, die nicht Bäuerin sind, jedoch über eine vergleichbare Ausbildung verfügen», sagt Bucher. Wichtig ist neben der fachlichen Kompetenz auch das Gespür für die Privatsphäre der Kunden.
AgriHome ist eine Offensive der Luzerner Bäuerinnen. Sie konnten auf die Erfahrungen des mittlerweile aufgelösten Betriebshelferinnen-Dienstes Amt Entlebuch sowie auf die Fachunterstützung durch das LBBZ Hohenrain bauen. Die Motivation der Frauen bestand darin, den Bäuerinnen eine zukunftsgerichtete Möglichkeit für einen Nebenerwerb zu schaffen. Nicht jammern, sondern handeln war die Devise. AgriHome will die Haushaltsarbeit aufwerten. Innovativ an diesem Ziel ist, dass Haushaltsarbeit wie ein Unternehmen organisiert wird.
Faire Löhne bezahlen
Mit 38,80 Franken pro Stunde, die der Kunde bezahlt, positioniert sich agriHome in einem Qualitätssegment. Dieser Betrag erlaubt es agriHome aber auch, gerechte Löhne zu zahlen. Der Koordination kommt eine zentrale Aufgabe zu. Diese übernimmt Pia Winiger-Weingartner in Sempach. Als Vermittlerin plant und koordiniert sie die Einsätze der Mitarbeiterinnen. Administrativ ist agriHome mit agriWork (Hohenrain) verbunden.
Mittelfristig will agriHome weiter wachsen. Langsam und stetig. Als Zielmarkt bleibt das Unternehmen im Kanton Luzern, kann sich aber ein Franchising-System mit anderen Regionen vorstellen. Mit dem Start von agriHome haben sich engagierte Menschen gefunden, die etwas bewegen wollen, die Eigeninitiative bewiesen und die Idee zu einem Unternehmen entwickelt haben. Zu einem erfolgreichen notabene, das eine Win-win-Situation schafft: agriHome ermöglicht den Mitarbeiterinnen einen angemessenen Nebenverdienst und den Kunden (private und landwirtschaftliche Haushalte) eine wertvolle Entlastung. Mehr Zeit zum Geniessen eben.