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Runder Tisch?

Big-M fordert von Bundesrätin Leuthard runden Tisch zum Milchmarkt

Es sei sinnlos, die Schweizer Milchbauern der Konkurrenz der Weltmärkte auszuliefern. Das findet man bei der Bäuerlichen Interessengemeinschaft für Marktkampf (BIG-M). Big-M fordert von Bundesrätin Doris Leuthard einen runden Tisch zum Milchmarkt.
Bundesrätin Doris Leuthard ist gefordert: Big-M will, dass Leuthard einen runden Tisch zum Milchmarkt einberuft. / Robert Alder

«Von Woche zu Woche verschärft sich die Situation der Milchproduzenten in ganz Europa. Als Folge einer marktfremden Erhöhung der Milchquoten, fallen die Produzentenpreise ins Bodenlose und ruinieren tausende von Bauernbetrieben», schreibt Big-M in einer Mitteilung. Zu verantworten hätten dies die Regierungen. Die im Frühjahr von den EU Agrarministern verordnete Quotenausdehnung von 2% habe den Milchmarkt komplett aus den Fugen gebracht: «In der Schweiz erhöhte die zuständige Bundesstelle im EVD die Milchmenge im laufenden Kalenderjahr gar um 6%!» Das Preisgefüge breche international deshalb zusammen.

Flexible Mengensteuerung

Die europäischen Milchbauern fordern schon seit drei Jahren eine flexible Mengensteuerung, welche laufend Angebot und Nachfrage aufeinander abstimmt. Um dieses Ziel europaweit zu erreichen, haben sie sich im European Milkboard EMB zusammengeschlossen. Auch aus der Schweiz seien zwei Milchbauernorganisationen dieser Vereinigung beigetreten: Aus der Romandie sei es «Uniterre lait» und aus der Deutschschweiz Big-M. Für Big-M und Uniterre ist klar: «wir brauchen einen fair funktionierenden Milchmarkt, um die Milchproduktion nachhaltig zu sichern.»
 
Eine Überproduktion nütze weder der Umwelt noch den Konsumenten. Sie dienne bloss den Milchkäufern, da diese nun die Preise nach belieben diktieren können. Der «Marktpreis» werde dabei immer wieder als oberstes Gebot zitiert. «Die Konsumenten haben aber längst begriffen, dass eine Produktion, welche mit dem Erlös die Kosten nicht decken kann, keine Zukunft hat», so Big-M weiter. 

Leuthard ist gefordert
 
BIG-M fordert die Vorsteherin des EVD, Frau Bundesrätin Doris Leuthard, auf, «ihre Verantwortung wahrzunehmen, und zusammen mit allen Beteiligten im Milchgeschäft, inklusive Vertretern von Konsumentenorganisationen, unverzüglich an einem runden Tisch das Desaster im Milchmarkt zu analysieren, und gemeinsam die Rahmenbedingungen festzulegen, die es braucht, damit nach dem Ende der staatlichen Kontingentierung der Milchmarkt fair funktionieren kann». Es sei absolut sinnlos, die einheimischen Milchbauern der Konkurrenz des Weltmarktes auszuliefern. «Wir lehnen eine Produktion, welche mit Ökoduming und Sozialdumping die Kosten niedrig hält, aufs Schärfste ab», so Big-M weiter. Diese Produktion komme eine Gesellschaft über kurz oder lang sehr teuer zu stehen.
 
Es töne  wie ein Hohn, wenn in einer Zeit, in der alles von einer drohenden Rezession spricht, unsere Regierung eine Entwicklung billige, welche Tausende von Bauernexistenzen vernichtet. Die Sicherstellung einer geordneten Versorgung des Landes mit dem Grundnahrungsmittel Milch solle jetzt erst Recht eine sehr hohe Priorität haben: «Die Milchbauern brauchen einen fairen Markt mit klaren Rahmenbedingungen, damit Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht gehalten werden können.»  Dieses «Hilfspaket für die Wirtschaft» koste notabene den Staat keinen einzigen Rappen!


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sam [17.11.08 22:29]
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