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ePaper Schweizer Bauer

Auch wenn das vorausgesagte Waldsterben bisher ausgeblieben ist: Die Schädigung des Schweizer Waldes nimmt nach Feststellungen von Fachleuten kontinuierlich zu.
Zu diesem Schluss kommt das Institut für Angewandte Pflanzenbiologie (IAP) in seinem neusten Waldbericht. Im Auftrag von neun Kantonen (AG, BL, BS, BE, FR, SO, TG, ZG und ZH) und des Bundesamts für Umwelt beobachtet das IAP seit nunmehr 25 Jahren die Waldgesundheit.
Am Donnerstag wurde an einer Medienkonferenz in Bern dieser dritte IAP-Bericht vorgelegt. Er beruht auf der regelmässigen Beobachtung von 10 000 Bäumen auf 133 Flächen.
Schleichende Verschlechterung
«Der Eindruck des saftig grünen Frühlingswaldes täuscht», stellte die Zuger Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard gemäss Medienunterlagen fest. Der Wald leide unter schleichenden Veränderungen im Boden.
Die Langzeitstudie zeigt denn auch, dass sich die Wachstumsbedingungen für den Wald an vielen Orten verschlechtern. Periodische Schwankungen lassen sich zwar zum Teil durch extreme Witterungsbedingungen wie in den Trockenjahren 2003 und 2005 erklären, nicht aber die beobachteten negativen Langzeitwirkungen.
Diese werden unter anderem durch eine hohe Stickstoffbelastung aus der Luft verursacht. Diese ist zwar nach einem Höhepunkt Mitte der 80er Jahre seit 2000 stabil, aber in weiten Gebieten immer noch zu hoch. Die Waldböden versauern zunehmend, die Nährstoffversorgung ist gestört, das Stamm- und Triebwachstum reduziert.
Verbesserungen sind möglich
Mit geeigneten Massnahmen kann das Problem nach Festellungen des IAP aber angegangen werden. Lösungen und Technologien seien nämlich zum Teil bereits vorhanden, nur müssten sie auch umgesetzt werden.
So werden zum Beispiel in der Landwirtschaft emissionsärmere Stallsysteme und abgedeckte Güllenlager empfohlen. Zum Ausbringen der Jauche sollte anstelle des traditionellen Druckfasses der Schleppschlauch eingesetzt werden. Aber auch die Stickstoffemissionen durch Industrie und Verkehr müssten eingeschränkt werden.
Die Möglichkeiten der Waldwirtschaft zur Eindämmung der ungünstigen Entwicklung werden im Bericht zwar als beschränkt eingestuft. Sie könne Symptome bekämpfen, aber nicht Ursachen beheben.
Trotzdem empfiehlt die Studie Massnahmen, welche die Bodenfruchbarkeit verbessern konnten. Neben einer naturnahen Waldbewirtschaftung wird etwa die Förderung von Baumarten angeregt, welche die Nährstoffumsetzung beschleunigen (zum Beispiel Ahorn, Eschen, Linden).
Für die Zuger Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard ist nach 25 Jahren Forschung klar: «Es gibt keine Entwarnung für den Wald. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen.»