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Wie die «SonntagsZeitung» berichtete, lautet der Verdacht: unzulässige Wettbewerbsabsprachen und «unzulässige Verhaltensweisen marktbeherrschender Unternehmen».
Provisionen vervierfacht
Drei grosse Firmen dominieren den Handel mit einem Marktanteil von zusammen über 50 Prozent: Lüchinger & Schmid, die Eico Frigemo AG und die Ei AG. Bereits seit Jahren verlangen die Eierhändler von den Futtermühlen einen Obolus, Qualitätssicherung genannt. Dafür empfehlen sie den Bauern die Futtermittelhersteller. Neu ist, dass die Bauern sich vertraglich verpflichten müssen, Futter und Legehennen ausschliesslich von bestimmten Herstellern zu kaufen. Und zwar bei jenen, die den Eierhändlern eine Provision bezahlen. Diese hat sich in den letzten drei Jahren vervierfacht.
Im Visier der Weko steht zum einen Lüchinger & Schmid (L+S). Brancheninsider schätzen, dass der Klotener Traditionsbetrieb auf diese Weise rund 1,8 Millionen Franken jährlich verdient. Zum anderen die Eico, die zum Landwirtschaftskonzern Fenaco gehört. L+S will «zu einem laufenden Verfahren keinen Kommentar abgeben». Bei der Fenaco weiss man nichts von einer Vorabklärung. Man schreibe die Lieferanten nicht explizit vor. «Es liegt auf der Hand, dass die Bauern das Futter von der konzerneigenen Ufa beziehen.» Willi Lüchinger, Präsident von Gallosuisse, dem Verband der Eierproduzenten, bezeichnet die Entwicklung als unschön. «Wir sind nicht mehr frei in der Wahl unserer Lieferanten.» Solange die Qualität stimme, bringe es wenig, sich zu wehren. Je höher die Produktionskosten, desto höher der Eierpreis: ein Nullsummenspiel.
Ein Eierproduzent, der aus Angst vor der Kündigung seiner Abnahmeverträge anonym bleiben will, widerspricht: «Ich zahle jährlich Zigtausend Franken Aufpreis wegen der Provisionen, das kann ich nicht akzeptieren.» So werde der Preis verfälscht.
Verstösst Agrarkonzern Fenaco gegen die Weko-Auflagen?
Die Konsumenten sind derzeit noch bereit, für tierfreundlich produzierte Produkte mehr zu bezahlen. Über 70 Prozent der Schaleneier stammen aus der Schweiz, wo die Batteriehaltung seit 1991 verboten ist. Die Importeier legen seit einigen Jahren zu.
Deshalb stört es Hansueli Huber, Präsident des Schweizer Tierschutzes, dass durch die Provisionen Schweizer Eier unnötig teurer werden. «Bei besseren Produzentenpreisen könnten mehr tierfreundliche Eier in der Schweiz erzeugt werden, und es müssten weniger Eier aus dubioser Herkunft importiert werden.»
Die Branche wartet gespannt auf den Weko-Entscheid. Die Behörde hatte der Fenaco vor zwei Jahren bei der letzten Fusion die Auflage gemacht, dass sie keine Knebelverträge abschliesst.