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Protest der Milchbauern

Traktoren in Brüssel angekommen - Flexible Mengensteuerung verlangt

Bis über 800 Kilometer haben rund 2000 europäische Milchbauern des European Milk Board (EMB) mit rund 1000 Traktoren zurückgelegt, um in Brüssel ihre Regierungschefs aufzufordern, sich der Milchproblematik ernsthaft anzunehmen.
Einige der Traktoren sind auch mit dem Aufleger nach Brüssel gekommen.

Besonders aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden sind sie laut einer Mitteilung des EMB gekommen und haben sich vor dem EU-Ratsgebäude versammelt, in dem die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und am Freitag tagen werden. 

Bis Freitag, den 19. Juni, werden die Milchbäuerinnen und Milchbauern mit ihren Treckern in der europäischen Hauptstadt bleiben und eine weitere Kundgebung gegen Mittag abhalten.

Brüssel voller Traktoren

Wohin man auch sah: in der Innenstadt Brüssels wimmelte es an diesem
Donnerstag nur so von Traktoren, die zu der EMB-Kundgebung vor dem EU-Ratsgebäude fuhren.

"Die Lage am Milchmarkt muss zur Chefsache werden", so die Vizepräsidentin des EMB, Sieta van Keimpema. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben schon viele Milchbauern in ganz Europa die Existenz gekostet. Die Versorgung der europäischen Bürger mit qualitativ hochwertiger Milch stehe auf dem Spiel, wenn Dumpingpreise weiter das Geschehen bestimmen.

Brief an Regierungschefs

In einem Brief hatte der Präsident des EMB, Romuald Schaber die EU-Staats- und Regierungschefs zum Handeln aufgefordert: "Wir bitten Sie, sich bei diesem Treffen für eine sofortige, zeitlich auf das Wirtschaftsjahr 09/10 befristete Stillegung von 5 Prozent der EUMilchquoten einzusetzen. Gleichzeitig halten wir grundsätzlich eine flexible Anwendung der Quotenregelung für unumgänglich." So könnten laut Schaber in Zukunft Überschüsse und Marktverwerfungen verhindert und dadurch viele Millionen an Steuergeldern eingespart werden. Die Regierungschefs aus Luxemburg und Deutschland, Jean-Claude Juncker und Angela Merkel, hätten demnach ihrerseits bereits angekündigt, die Milchproblematik im Rahmen des sogenannten „Kamingesprächs“ erörtern zu wollen.

Zu hohe Milchmenge

"Die Milchmenge am Markt ist viel zu hoch, als dass kostendeckende Preise erzielt werden könnten", so Schaber. Gleichzeitig sinke weltweit die Nachfrage und drücke den Preis weiter nach unten: "Mit einer
flexiblen Mengenregulierung könnte das Angebot an Milch beschränkt und ein fairer Milchpreis für Konsumenten und Milchbauern erreicht werden." Eine Stillegung von 5 Prozent der europäischen Milchquote wäre für Schaber ein erster Schritt, die Lage zu entspannen, da dadurch die Milchproduktion etwas verringert würde.

Keine lange Existenz mehr

Die europäischen Milchbauern könnten bei den gegebenen Strukturen nicht mehr lange existieren, lautet die Sorge beim EMB. Subventionen stützten nur das alte, marode System; die Krise bewältigen könne man mit ihnen nicht. «Ein kostendeckender Preis muss über den Markt erzielt werden, mit Hilfe einer flexiblen Mengenregulierung», heisst es weiter. Dafür setzen sich die europäischen Milchbäuerinnen und Milchbauern bei ihrer Aktion heute und morgen vor den Toren des EU-Ratsgebäudes in Brüssel ein.

Bilder aus Brüssel...


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sam [18.06.09 11:29]
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