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Angus Weltkongress

World Angus Forum: Über 900 Personen und 1000 Angus in Calgary

Das World Angus Forum ist ein Anlass der Superlative. Fleischrinderzüchter aus der ganzen Welt treffen sich alle vier Jahre zu einem Kongress und einer Show. Auch Schweizer waren diesmal in Kanada dabei.
Miller Wilsons Gumbo Gulch Creed wurde Reserve-Champion am World Angus Forum. / Daniel Niklaus

Alle vier Jahre findet das World Angus Forum, das grosse Treffen der Angus-Züchter dieser Welt, statt. Dieses Jahr wars vom 14. bis am 16. Juli im Westen Kanadas, genauer gesagt in Calgary.
Alberta ist der klassische Präriestaat am Fusse der Rocky Mountains, geprägt durch Erdöl, Erdgas und natürlich Landwirtschaft. Die Nord-Süd-Ausdehnung erstreckt sich über 1200km vom 49. bis zum 60. Breitengrad, die West-Ost-Ausdehnung beträgt rund 600 km. Alberta ist 18-mal so gross wie die Schweiz, hat 3,3 Mio. Einwohner und über 3 Mio. Rinder.

Kühe im Pferdezentrum

Der eigentliche Tagungsort war Spruce Meadows, Kanadas Pferdesportmekka, am Stadtrand von Calgary. Das offizielle Forum-Programm bestand einerseits aus wissenschaftlichen Vorträgen, andererseits sorgten eine Topgenetik-Auktion, die Futurity  und die Red Angus Show, die Black Angus Show und parallel dazu die Jungzüchter-Show dafür, dass die Fleischrasse auch optisch immer im Zentrum stand.

Noch Zukunftsmusik

Etwa 900 Gäste, Viehzüchter, Vertreter von Zuchtverbänden, Exponenten der Fleischindustrie und der Wissenschaft aus über 20 Ländern bevölkerten während dreier Tage einen Teil der Anlage von Spruce Meadows. Dazu kamen 1000 Ausstellungstiere.

Hartes Klima selektiert

Die wissenschaftlichen Vorträge handelten von der genetischen Verschiedenheit bei Angus-Tieren, genombasierten Selektion für Mutterkühe und von der Bedeutung gesunder Tiere für eine gesunde Bevölkerung. Vieles, was besprochen wurde, ist noch Zukunftsmusik, wird aber schon in naher Zukunft die Zuchtarbeit prägen.
Die beiden Viehschauen zeigten dann Kanadas Zuchtpotenzial auf. Alle Tiere weisen eine Uniformität auf, die über dieses riesige Land absolut verblüffend ist. Ausser Leistungsdaten wird  nichts erhoben. Die immer wieder in Europa gehörten Geschichten von sehr grossen Tieren sind  augenscheinlich unwahr, und der Richter des Tages bevorzugte vorab bei den weiblichen Tieren die etwas feineren Typen. Die Prärie duldet kein falsches Vieh am falschen Ort.

Das Spektakel der Black Angus Show dauerte in Kanada den ganzen Tag. Über 400 perfekt vorbereitete Tiere wurden von den Züchtern auf dem englischen Rasen in perfekter Pose förmlich parkiert. Kaum war des Richters Urteil für die Top 3 verkündet, ging es mit der nächsten Gruppe oder Abteilung weiter.

Starke Marktnachfrage

Die Championtitel einer solchen Show sind extrem prestigeträchtig und entscheidend für den weltweiten Verkauf von Samen und Embryonen aus den entsprechenden Zuchten. In Gesprächen mit kanadischen Angus-Züchtern wird immer wieder klar, dass Angus in Nordamerika ganz klar die Rasse mit dem grössten Populationswachstum ist. Dies kommt daher, weil der Markt «Certified Angus Beef» stark nachfragt. Zudem sind die Tiere sehr vital, leichtkalbig, an das harte Klima angepasst und ruhig im Umgang. Das Absetzgewicht im Herbst, das auf der Leistung der Mutter und der Futterverwertung des Kalbes basiert, ist für die Rancher das Allerwichtigste.

Das nächste Angus Forum findet übrigens 2013 in Neuseeland statt – und auch die Kiwis werden es schaffen, das Feuer der Begeisterung für diese einmalige Fleischrinderrasse am Lodern zu halten.

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*Der Autor leitet den Gutsbetrieb des Werk- und Wohnheims Murimoos AG.


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Thomas Lüssi* [30.07.09 07:11]
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