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Während die Zahl der Milchwirtschaftsbetriebe in den letzten Jahren stetig abgenommen hat, ist der Anteil von Grassilage in der Ration stetig gestiegen. Die Gründe dafür liegen einerseits in der Aufhebung von Siloverbotszonen und andererseits in der vermehrten Fütterung von Totalmischrationen (TMR). Der Kostendruck in der Landwirtschaft wird die Silagebereitung auch in Zukunft weiter ansteigen lassen.
Bessere Arbeitsverteilung
Während im Ausland vorwiegend Gras- und Maissilage in Flach- bzw. Fahrsilos siliert wird, hat in der Schweiz insbesondere die Herstellung von Ballensilage zugenommen. Mit der Herstellung von Grassilage in Ballen können sowohl im Frühjahr wie auch im Herbst die möglichen Erntegelegenheiten besser genutzt werden. Das führt zu einer zeitlichen Staffelung der Erntearbeiten und damit zu einer besseren Verteilung der Arbeitsspitzen.
Dieses Verfahren bietet auch die Möglichkeit, bei einer nur kurzen Schönwetterperiode Futter für die Winterfütterung zu konservieren. Die Futterernte wird in den meisten Fällen durch den Lohnunternehmer durchgeführt. Die Investitionen sind für dieses Konservierungssystem minimal. Notwendig ist ein Gerät, um die Ballen vom Feld ans Lager und später in den Stall oder zum Futtermischwagen zu transportieren.
Mit Ballen flexibler silieren
Die Systeme Hoch- und Fahrsilo haben gegenüber den Siloballen zahlreiche Nachteile. Erfolgt der Maschineneinsatz bei der Herstellung von Grassilage in Ballen überbetrieblich oder im Lohn, so ist dies kostengünstiger und flexibler. Demgegenüber erfordern Hochsilos hohe Investitionskosten. Das Befüllen von Fahrsilos bedingt grosse Flächen und eine hohe Schlagkraft, damit der Flachsilo innert kurzer Zeit gefüllt und wieder zugedeckt werden kann. Die Silagebereitung mit Ballen erlaubt eine abgestufte Nutzung der Wiesen. Dadurch, dass die Siloballen transportierbar sind, können sie auch gut gehandelt werden. Die Herstellung von Siloballen eignet sich besonders auch für die Verwertung von Restflächen und für kleinere Betriebe.
Sorgfältiger Umgang
Die Ballen müssen sorgfältig transportiert und gelagert werden. Bei mechanischen Verletzungen oder Schäden an der Folie durch Tiere (Mäuse, Vögel usw.) kann Luft in die Ballen eindringen. Dies führt zu Fehl- oder Nachgärungen sowie zur Bildung von Schimmel.
Das Stadium des Futters und die botanische Zusammensetzung bestimmen den Gehalt des Futters. In der Praxis hat sich gezeigt, dass gerade älteres, sperriges Gras sich schlecht in der Ballenpresse verdichten lässt. Deshalb ist es in diesen Fällen notwendig, dass das Futter beim Pressen geschnitten wird. Bei ungenügender Pressdichte können sich im Balleninneren Schimmelpilze bilden.
Wirtschaftlichkeit
Die Investitionskosten für die Herstellung von Grassiloballen sind im Vergleich zu den übrigen Siliersystemen am geringsten. Dies kommt Betrieben, die eine Neuausrichtung planen und keine grossen Investitionen machen wollen, entgegen. Das Pressen und Wickeln wird üblicherweise überbetrieblich oder im Lohn erledigt. Der Auftraggeber übernimmt den Transport der Ballen ans Lager und holt sie dort auch wieder für die Fütterung.
Die Investitionskosten für eine Zange und den befestigten Lagerplatz belaufen sich nach einer Studie des ART Reckenholz-Tänikon auf etwa 14000 Franken gegenüber rund 30000 Franken bei der Erstellung eines Fahrsilos. Die zuteilbaren jährlichen Kosten für die Ernte bis zur Futtervorlage belaufen sich auf 6500 Franken je Hektare und sind damit rund 5000 Franken günstiger im Vergleich zu den anderen Systemen.
Auch bezüglich des Arbeitsaufwands ist das Siliersystem «Siloballen» die günstigste Variante. Sowohl beim Arbeitsaufwand für die Erntearbeiten wie auch für die Arbeitszeit zur Entnahme und Futtervorlage ist die Silageherstellung mit Siloballen eine Variante, die in jedem Fall geprüft werden sollte.