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ePaper Schweizer Bauer

Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues, AGFF, wurde 1934 durch Friedrich Traugott Wahlen gegründet. Es ging darum, das Wissen aus der Forschung in der Praxis besser umzusetzen und gegenseitig voneinander zu lernen. Deshalb besteht in der AGFF eine Zusammenarbeit der Forschungsanstalten, der ETH, der landwirtschaftlichen Schulen, der Landwirtschaft und der Milchwirtschaft. Durch diese Zusammenarbeit ist es möglich, die Probleme der Praxis rasch wahrzunehmen und entsprechende Lösungen zu erarbeiten. Die Fläche der Schweiz ist zu 40 Prozent mit Gras bewachsen. Der Ertrag dieser Wiesen und Weiden kann nur durch die Wiederkäuer veredelt werden.
Leistung aus Raufutter
«Die Schweiz hat im Futterbau ein sehr hohes Niveau erreicht» hielt Paul Steffen, Direktor von Agroscope Reckenholz Tänikon, in seiner Begrüssungsansprache fest. Dies in zweierlei Hinsicht. Einerseits werden im Schweizer Futterbau hohe und qualitativ gute Erträge erreicht. Auf der anderen Seite erhalten unsere Wiederkäuer noch immer mindestens 70% ihres Futterbedarfes als Raufutter und nur 30% als Kraftfutter. In vielen Ländern Europas ist dieses Verhältnis gerade umgekehrt.
Eine Besonderheit des Schweizer Futterbaues ist die Ansaat von Mischungen anstelle von Reinkulturen. Ein internationaler Vergleich von Spanien bis Schweden hat gezeigt, dass die Schweizer Mischungen in jedem Fall den Reinbeständen oder einseitigen Mischungen überlegen sind.
Klee-Gras-Mischungen
Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, betont in seiner Grussbotschaft, dass der hohe Raufutteranteil aus Mischungen in der Wiederkäuerration sich positiv auf die Qualität von Milch und Fleisch auswirkt. Dies hat Agroscope im Projekt Pasto nachgewiesen. Diese Vorteile würden jedoch bei der Vermarktung gegenüber Importprodukten noch viel zu wenig berücksichtigt und ausgelobt. Dieser qualitative Vorsprung sollte sich bei der Vermarktung in einen Mehrwert ummünzen lassen.
Gras schützt unser Klima
Neben den ökonomischen sind den ökologischen Faktoren in der Raufutterproduktion und der Wiederkäuerfütterung immer mehr Beachtung zu schenken. Wie Josef Nösberger, emeritierter Professor für Futterbau der ETH Zürich, betonte, weisen die Wiesen und Weiden der Schweiz im internationalen Vergleich eine hohe Biodiversität auf, insbesondere die extensiv genutzten Wiesen. Zusätzlich kann ein positiver Einfluss auf die Luftqualität und den Wasserhaushalt nachgewiesen werden. Wird infolge ertragreicher Kleegrasmischungen der Maisanbau reduziert sinkt zudem das Risiko an Erosion. Eine Naturwiese wirkt zudem als CO2-Senke und leistet so einen Beitrag gegen die Klimaerwärmung.
Gemäss Manfred Bötsch zeigten Versuche, dass der Ausstoss klimarelevanter Gase mit 20% Kraftfutter um 15% gesenkt werden kann. Mit maximal einem Drittel Kraftfutter und zwei Drittel Raufutter in der Ration sei ein Optimum erreicht. Die Schweizer Landwirte seien mit ihren raufutterbetonten Rationen auf Kurs.
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Die Vertreter von Samen Steffen und UFA-Samen.