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Althennen-Verwertung

Das Suppenhuhn in der Wurst

Die Geflügelhalter standen vor einem Problem, als die Fleischverarbeiter Bell und Micarna vor zwei Jahren signalisierten, sie würden ab April 2010 keine Suppenhühner mehr schlachten.

Nach  Vorabklärungen einer Arbeitsgruppe wurde im April der Verein GalloCircle mit vorläufig 237 Mitgliedbetrieben gegründet. Er setzt sich zum Ziel, Leghennen nach ihrer Legezeit vermehrt als Lebensmittel zu verwerten oder, wo das nicht möglich ist, die ethisch verantwortbare Entsorgung der Tierkörper zu gewährleisten.

Gute Aussichten

An der ersten Generalversammlung in Aarau informierten Präsident Willi Neuhauser, Sekretär Reto Strässle sowie die weiteren Vorstandsmitglieder  über den Stand der Dinge. Die Stimmung bei den 56 anwesenden Mitgliedern war aufgeräumt, weil sich dank zielstrebiger Planung für neue Schlachtungs- und Absatzmöglichkeiten eine rechtzeitige Problemlösung abzeichnet.

Ersatz für die Schlachtbetriebe Bell und Micarna ist in Sicht. Der Schlachthof Fournier in Perly GE steht für rund 400000 Hühner zur Verfügung. In der Deutschschweiz werden zusätzliche Kapazitäten evaluiert. Recht aussichtsreich erscheint die Option für einen neuen Schlachthof im ehemaligen SEG-Produktionsbetrieb (heute EiAG) in Zell LU. Auch mit der Firma Kneuss in Mägenwil AG ist man in Kontakt.

Suppenhuhn-Image

Ein Richtung Convenience-Produkte erweitertes Sortiment mit der Bezeichnung Gal-Line – von der Ganzkörpervermarktung des Suppenhuhns zur Charcuterie-Geflügelverwertung – weckt Hoffnungen auf zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Der in der Fleischbranche bewanderte Yves Carquillat offerierte den Versammlungsteilnehmern erste Kostproben aus der neuen Palette, wie Fleischkäse, Lyoner, Bratwürste und Chipolata-Würstchen. Für Produkte aus 100 Prozent Schweizer Geflügelfleisch sieht man angesichts des relativ hohen Importanteils durchaus Marktchancen.  Ihre Verwertung als Lebensmittel ist darum auch ethisch und wirtschaftlich begründet. GalloCircle ist es aus Imagegründen mehr als recht, wenn Hennen nach ihrer Legezeit nicht als Tierkadaver entsorgt werden müssen.

Eine schwarze Null

Die Verwertung der Althennen über die Nahrungskette soll für die Eierproduzenten mindestens kostenneutral werden. Bereits das vorsichtig gerechnete erste Vereinsbudget sieht bei 1,9 Mio. Franken Ausgaben eine gute «schwarze Null» vor. Es stellte sich an der Generalversammlung die Frage, zu welchen Konditionen Nichtmitglieder die Dienste von Gallo Circle beanspruchen können. Trittbrettfahrer sind nicht erwünscht. Aber bevor die Tarife festgelegt werden, gibt man Interessenten die Möglichkeit, dem Verein noch beizutreten.


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Hanspeter Widmer [02.10.09 00:45]
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