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Leuthard in Japan

«Bollwerk gegen Protektionismus» - Leuthard verteidigt Freihandel

Bundesrätin Doris Leuthard hat am Dienstag in Tokio die Handelsstrategie der Schweiz verteidigt. Freihandelsverträge bildeten laut Leuthard ein «Bollwerk gegen Protektionismus» in der aktuellen weltweiten Wirtschaftskrise.
Freihandelsverträge bildeten ein «Bollwerk gegen Protektionismus», findet Bundesrätin Doris Leuthard. / Robert Alder

Allerdings seien Freihandelsabkommen zwischen zwei oder mehreren  Staaten kein Ersatz für eine globale Regelung des Welthandels, sagte  die Volkswirtschaftsministerin an ihrem zweiten Tag in Japan. Dieser  Weg sei im Moment aber versperrt, weil die Verhandlungen in der Doha- Runde nicht vorwärts kämen, erklärte Leuthard.

Die Doha-Runde soll den Welthandel liberalisieren, indem vor  allem Zölle und Subventionen abgebaut werden. Mittlerweile verfügt  die Schweiz aber auch über ein dichtes Netz an Freihandelsverträgen,  Japan ist neu der zwanzigste Vertragspartner.

Vor allem aus diesem Grund ist die Bundesrätin zusammen mit einer  hochrangigen Delegation von Wirtschaftsvertretern nach Japan gereist.

Geringe japanische Investitionen

Leuthard erhofft sich vom neuen Abkommen einen kräftigen Impuls  in der schweizerisch-japanischen Wirtschaftsbeziehung: Es werde die  Schweiz zur «Top-Adresse» für japanische Unternehmen in Europa  machen, sagte Leuthard.

Zurzeit haben japanische Unternehmen aber weniger als eine  Milliarde Franken direkt in der Schweiz investiert, während sich die  Schweizer Direktinvestitionen im ostasiatischen Land auf 13,7 Mrd.  Fr. belaufen (Ende 2007).

Als einer der wenigen bekannten Firmen hat der weltweit  drittgrösste Tabakkonzern Japan Tobacco in Genf seinen  internationalen Sitz. Das schwache finanzielle Engagement aus Japan  biete viel Potenzial, hielt die Bundesrätin fest.

Muschg würdigt Gemeinsamkeiten

Leuthard war am Dienstag der Ehrengast einer Veranstaltung,  welche die dortige Schweizer Botschaft eigens wegen des neuen  Vertrags organisiert hatte. An der Tagung gab es zahleiche  Podiumsdiskussion über Themen aus Wirtschaft, Kultur und  Wissenschaft.

Bekannter Redner aus der Schweiz war auch der Zürcher Autor Adolf  Muschg. Bei seinem Auftritt stellte er eine Gemeinsamkeit von der  Schweiz und Japan fest.

Es seien beides Inseln. Die Schweiz sei eine Insel in Europa -  wie Japan in Asien, und dies nicht nur auf der Landkarte, sondern  ebenfalls wegen seiner Beziehung zu den Nachbarn, was Muschg auch  auf die kriegerische Rolle Japans Anfang dieses Jahrhunderts  zurückführt.

Der (morgige) Mittwoch steht im Zeichen der Technik: Leuthard  wird den Autohersteller Mitsubishi und anschliessend das Robotik- Institut der Universität Tokio besuchen. Am Nachmittag reist die  Schweizer Delegation in die südliche Grossstadt Kobe weiter.


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sda [06.10.09 15:56]
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