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Die Suisag in Sempach LU hat mit ihrem Schweizer Zuchtprogramm dazu beigetragen, die beiden Rassen «Schweizer Edelschwein» (ES) und «Schweizer Landrasse» (SL) weiterzuentwickeln. Diese Rassen sind die Grundlage für die zwei Produkte Premo und Primera, welche durch die Suisag beim Amt für geistiges Eigentum als eigenständige Markennamen registriert wurden. «Die Markenlancierung im Zuchtbereich ist für die Suisag etwas Neues und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Züchtern», erklärt Ruedi Mani, Geschäftsleiter der Suisag, an einer Medienkonferenz am Montag in Sempach und fügt an: «Premo und Primera sind zwei Produkte, welche die Schweizer Mastferkelproduktion beeinflussen werden.»
Schweizer Qualitätseber
Schweizer-Edelschwein-Vaterlinien-Eber (ESV), die seit 2002 von den Schweizer-Edelschwein-Mutterlinien getrennt gezüchtet werden, heissen neu Premo-Eber. Aufgrund der strengen Selektion ist diese Vaterlinie zu einem überdurchschnittlich starken Endprodukte-Eber geworden. Premo-Eber zeichnen sich durch hohe Tageszunahmen der Nachkommen, homogene Schlachtkörper mit einem optimalen Fleischanteil, hervorragender Fleischqualität und tiefe Tropfsaftverluste aus. Die gute Fleischigkeit von Premo-Nachkommen spiegelt sich auch in Zuschlägen für den Magerfleischanteil (MFA) wider. Aufgrund der konsequenten Zuchtarbeit bietet Premo konstante Leistungen und die Gewähr für sicheren Erfolg in der Mastferkelproduktion und Schweinemast.
Armin Emmenegger, Leiter Marketing und Qualitätsmanagement bei der Suisag, betont zudem: «Wenn wir Eber ins Ausland exportieren wollen, dann brauchen diese einen deutlich erkennbaren Namen. Damit können wir Schweizer Zuchtprodukte kennzeichnen. Deshalb haben wir die Marken auch in fünf anderen Ländern schützen lassen.»
F1-Kreuzung Primera
Die Muttersau Primera ist eine Kreuzung der Rassen Schweizer Edelschwein und Schweizer Landrasse. Bei den Leistungsmerkmalen der F1-Kreuzungssau Primera zeigt sich der Heterosiseffekt. Es ist bekannt, dass es bei der Anpaarung von Tieren verschiedener Rassen bei den Nachkommen zu einer Leistungssteigerung gegenüber den Eltern kommt, dem sogenannten Heterosiseffekt. Die erste Generation nach der Kreuzung, die F1-Generation, ist im Durchschnitt gewisser Merkmale besser als die Tiere der Generation ihrer Eltern. Kreuzungstiere sind insbesondere frühreifer, fruchtbarer und langlebiger. Das ergibt mehr Ferkel pro Sau. Henning Luther, Zuchtleiter der Suisag, weist darauf hin, dass auch Hybrid-Mais und Hybrid-Hühner eingesetzt werden, die ebenfalls Kreuzungsprodukte sind.
Aus dem Grund sind die Leistungsmerkmale von Primera überdurchschnittlich. Primera-Muttersauen verfügen im Rassenvergleich über die beste Fruchtbarkeit. Sie zeichnen sich durch sehr gute Muttereigenschaften, hervorragende Zitzenanlagen, ein sehr gutes Aufzuchtvermögen, robuste Fundamente und eine sehr hohe Langlebigkeit aus. Primera-Sauen verfügen über sichere Leistungen und konstant grosse, gesunde Würfe. «Primera-Sauen setzen pro Jahr derzeit ein halbes Ferkel mehr ab als reinrassige Edelschweinsauen», lautet ein Fazit von Hennig Luther aus den Resultaten des Repro-Controllings der Sauen, die zwischen 2005 und 2007 geboren wurden. Weiter weist er darauf hin, dass die Auswertung der Nutzungsdauer und der Lebensleistung zeigt, dass Primera-Sauen im Leben etwa 4 Ferkel mehr produzieren als ES-Sauen.
Die Kombination
Mastferkelproduzenten erzielen besonders gute Leistungen, wenn sie den Premo-Endprodukte-Eber und Primera-Muttersauen in Kombination einsetzen. Die Prüfdaten der Suisag zeigen, dass diese Kombination Gewähr bietet für höchste Wirtschaftlichkeit in der Schweineproduktion. Mastferkelproduzenten besamen alle Primera-Sauen mit Premo-Ebern, dadurch ist keine Anpaarungsplanung mehr notwendig. Aus diesen Paarungen werden ausschliesslich Mastferkel geboren. Es findet keine Selektion von geeigneten Remonten statt, denn Primera-Jungsauen werden zugekauft. Der Mastferkelproduzent konzentriert sich ganz auf die Besamungen und das Abferkeln und verdient damit sein Geld. Schliesslich sei das Ziel, längerfristig Kosten zu senken, und dies sei mit der Steigerung der biologischen Leistung sowie der Arbeitsproduktivität möglich, sagt Hennig Luther.