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Kassensturz-Beitrag

Kassensturz irrt: Schweizer Zucker ist gleich ökologisch

Der grösste Teil des Importzuckers ist bezüglich Gesamtumweltbelastung nicht besser als Schweizer Zucker. Die Migros stellt ein Max-Havelaar-Nischenprodukt in den Mittelpunkt. Der Kassensturz ist darauf reingefallen.
Zuckerproduktion geschieht auch in Überseeländern meist sehr industriell – dieses Bild blenden die Migros und der Kassensturz aus. / Keystone

Schweizer Zucker sei teuer, klimaschädlich und unfair,  so lautet das Fazit der Kassensturz-Sendung von letztem Dienstag. Der Kassensturz greift dabei  eine Studie über die Klimabelastung von Zucker auf,  welche die Migros  bereits im Juni  in  ihrem Nachhaltigkeitsmagazin präsentiert hatte. Dabei wird Bio-Max-Havelaar-Rohrzucker aus Paraguay mit Schweizer Rübenzucker verglichen und schneidet um einiges besser ab. Die Studie, die  diesem Vergleich zugrunde liegt,  hat die Stiftung Myclimate verfasst.

Migros als Auftraggeber

«Wir haben uns bei der Studie auf das Sortiment unseres Auftraggebers, der  Migros, beschränkt», erklärt Thomas Kägi von Myclimate. Bio-Max-Havelaar-Rohrzucker ist dort aber eher ein Nischenprodukt und macht lediglich 7,5 Prozent des  verkauften Rohrzuckers aus. Letzterer stammt bei der Migros  grösstenteils aus konventioneller Produktion in Kolumbien. «Bezüglich Gesamtumweltbelastung ist dieser Zucker nach unseren Berechnungen nicht besser als Schweizer Rübenzucker», sagt Kägi. Dieses Resultat taucht aber weder im  Bericht der Migros noch in dem des Kassensturzes  auf.

Nur 0,3 Prozent aus Paraguay

Dazu die widersprüchliche Stellungnahme der Migros: «Wir wollten im Vergleich die relevantesten Zahlen aufzeigen. Der Anteil an Importzucker aus Paraguay ist aussagekräftiger als der Anteil aus Kolumbien.»  An der gesamten in die Schweiz importierten Zuckermenge macht Bio-Max-Havelaar-Zucker aus  Paraguay aber einen noch geringeren Anteil aus, nämlich nur 0,3  Prozent. «Wir importieren jährlich insgesamt etwa 630 Tonnen aus Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Paraguay und den Philippinen – davon 80 Prozent  in Bioqualität», sagt Regula Weber von Max Havelaar.  Die total in die Schweiz importierte Zuckermenge betrug 2008 gemäss Eidgenössischer Zollstatistik  230000 Tonnen.  Diese stammt vor allem aus Deutschland und Frankreich. Der wenige Überseezucker vorwiegend aus Brasilien und Kolumbien.

Gemäss der Studie von Myclimate soll ein Grossteil der Klimabelastung des CH-Zuckers  auf den Anbau zurückgehen. «Wir werden weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, uns diesbezüglich noch zu verbessern», sagt Samuel Keiser, Präsident des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer.


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Markus Spuhler [15.12.09 17:25]
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