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Im Gegensatz zum Tessin, wo sich Waldbrände meist im Winterhalbjahr ereignen, bestehe im Wallis vor allem im Hochsommer erhöhte Waldbrandgefahr, teilte die WSL am Mittwoch mit. Wegen der mit der Klimaerwärmung einhergehenden höheren Sommertemperaturen dürften sich dort künftig Feuer leichter ausbreiten und grössere Schäden verursachen.
Dieser Gefahr können Behörden und Waldbesitzer durch verschiedene Massnahmen entgegenwirken, wie WSL-Forscher in einem Merkblatt schreiben. Vermindert wird die Gefahr etwa durch das Anlegen von Löschteichen, den Bau von Waldwegen in brandgefährdeten Schutzwäldern oder das strikte Durchsetzen von Feuerverboten.
Lärchen und Flaumeichen
Auch die Gefahrenbeobachtung, die Organisation von Feuerwehren und Infrastrukturen müssten zum Teil angepasst werden. In Gebieten mit erhöhter Waldbrandgefahr sollte laut den Forschern zudem der Anteil von Baumarten mit dicker Borke erhöht werden, die nach einem Brand wieder austreiben.
Auf der Fläche des Grossbrandes bei Leuk vom August 2003 habe sich zum Beispiel gezeigt, dass in Lagen bis 1100 Metern über Meer viele ältere Flaumeichen wieder austrieben. Am Brandrand über 1600 Meter wurde zudem innert vier Jahren gut die Hälfte aller Lärchen wieder grün. Angesengte Fichten am Brandrand erholten sich dagegen kaum.
Seltene Arten profitieren
Die Untersuchungen in Leuk, auf die sich das Merkblatt stützt, förderten aber nicht nur Gefahren sondern auch Chancen zu Tage. Die Natur erholt sich nämlich rasch. Und die Vielfalt von Pflanzen, Insekten und Spinnen übertrifft bald diejenige des benachbarten Waldes.
Auf der Leuker Brandfläche tauchten plötzlich einige im Wallis seltene Arten auf. So fanden sich grössere Bestände des als verschollen geltenden Erdbeerspinats, der italienischen Schönschrecke sowie zahlreiche Bock-, Pracht- und Laufkäferarten. Einige dieser Arten sind für ihre Entwicklung gar auf verbrannten Untergrund angewiesen.