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Übereinstimmend betonten die Schweinemedizin-Professoren Xaver Siedler (Uni Zürich) und Werner Zimmermann (Uni Bern), der hohe Antibiotika-Einsatz müsse reduziert werden. In Holland werde bei zehnmal grösserem Schweinebestand nur einmal mehr Antibiotika als in der Schweiz verwendet, in Schweden zehnmal weniger.
Das Hauptproblem sind Magen-Darm-Parasiten. Die Bekämpfung mit Antibiotika sei am einfachsten, aber nicht am nachhaltigsten, sagten die Experten. Es gelte die Kontaminations- und die Resistenzgefahr zu beachten. Sidler erwähnte als Beispiel eine Untersuchung von Frischgülle mit einem Antibiotika-Rückstand, der noch immer zur Abtötung von Keimen genügt hätte.
Impfen als Ausweg
Um Krankheiten besser in den Griff zu bekommen und den Medikamentenverbrauch zu reduzieren, empfahlen die Referenten eine verstärkte Impfprophylaxe – zum Beispiel gegen Circo- und Parvo-Viren, Rotlauf- und Clostridien-Infektionen, Lawsonien- und Coli-Bakterien. Auf eine skeptische Frage nach Langzeitfolgen räumte Professor Siedler ein, dass verstärkter Impfschutz möglicherweise aggressivere Virenstämme fördern könnte. Doch nach heutigem Wissen verspreche die Impfstrategie Vorteile. Allein die massiv gestiegenen Infektionsschäden des Circo-Virus beliefen sich, vorsichtig geschätzt, auf 16 Mio. Franken.
Die Referenten betonten aber auch, dass Impfstoffe und Antibiotika kein Ersatz für schlechtes Zucht- und Mast-Management – Mängel in der Hygiene, Fütterung und Haltung – seien. So lasse sich mit sorgfältiger Reinigung bei der Rein-Raus-Methode die Erregermenge um den Faktor 1000 reduzieren. Professor Zimmermann machte auch den interessanten Hinweis, dass ältere Muttersauen, die früher häufiger waren als heute, über mehr Abwehrstoffe verfügten als jüngere Zuchttiere.
Eine andere Alternative
In der Diskussion erklärte der Toggenburger Bio-Züchter Werner Ammann, er habe zu 95 Prozent auf Biofutter und zu 99 Prozent auf homöopatische Abwehrmittel umgestellt – zum Beispiel Joghurt und Essig. Zwar sei die Herausforderung gross gewesen, aber sie habe sich gelohnt, weil die Nachfrage nach Biofleisch nach wie vor stark und die Preise besser und stabil seien.
An der von rund 150 Personen besuchten Tagung unter der Leitung von Albert Weber, Veltheim, löste das vorgesehene neue Reglement über die Qualitätssicherung in der Schweinehaltung Unmut aus – nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch, weil die Basisorganisationen darüber nicht informiert wurden.