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Für ein gesundes Kalb Geld ausgeben

Schweizer Kälbertage 2010: Gesunde Tiere – mehr Erfolg

Nicht nur Behandlungen, auch vorbeugende Massnahmen wie Impfungen kosten. Diese Investition rechnet sich.
Wenn ein Kalb seinen Eimer Milch nicht aussäuft, ist für Ludger Jakob klar: Das Kalb ist krank. (Bild: chp)

Corinne Bähler zeigte in ihrer Doktorarbeit auf, dass je ein Drittel der Kälber zu Beginn der Mast, eine oder mehr als eine krankhafte Veränderung zeigt. Deshalb betonte Judith Egli vom Rindergesundheitsdienst, der zusammen mit den Firmen Pfizer und Melior die ersten Schweizer Kälber-Tage am Donnerstag am Inforama Rütti in Zollikofen BE und am Freitag am Strickhof in Lindau ZH organisierte, wie wichtig die Einstallungsuntersuchung ist. Mit der Einstallungsuntersuchung unterstützt der  Tierarzt den Mäster beim Erkennen von kranken Tieren und  Streuern. Dank der  Untersuchung können  kranke Kälber zurückgewiesen sowie Einzeltiere sofort behandelt  werden, und gemeinsam ist zu entscheiden, ob eine Gruppentheraphie sinnvoll ist.

Lungenerkrankungen

Allein in Zollikofen nahmen über  180 Kälber- und Munimäster, Tierärzte und Berater an der Tagung teil und hörten das Referat zum Thema  «Systematische Massnahmen zur Gesunderhaltung» von Ludger Jakob, Tierarzt aus Borken (D) nahe der niederländischen Grenze.  Sein grösster Kunde ist ein Lohnmäster, der 37000 Kälber  hat. «Das Hauptproblem sind  Lungenerkrankungen. Wenn ein Kalb einmal eine richtige Lungenentzündung gehabt hat, dann ist es sein Leben lang davon betroffen», sagte Jakob. Dies  führe zu mangelnden Zunahmen und damit zu Kosten, die  gesunde Kälber nicht verursachten. Trotzdem weiss er: «Der Bauer hat  Probleme, für ein gesundes Kalb Geld auszugeben.»     Ludger Jakob ist überzeugt, dass der Tierarzt vermehrt zum Gesundheitsmanager wird und weniger Notfälle zu behandeln hat. Vorbeugende Impfungen sind für ihn deshalb unumgänglich.

Die Untersuchung von 18000 Blutproben in Deutschland hat ergeben, dass die Viren BRSV (Bovines Respiratorisches Syncytial-Virus), PI3 (Parainfluenza 3 ) und BHV-1 (Bovines Herpes-Virus 1)  sehr weit verbreitet sind.  «Der Behandlungserfolg bei Kälbergrippe ist abhängig davon, dass das richtige Mittel früh genug in genügender Dosis eingesetzt wird», sagte Jakob. Als vorbeugende Massnahmen gegen die Kälbergrippe stellte er zwei Schemas vor. Beim Einstallen wird allen Tieren über das Futter Antibiotika verabreicht. Dabei ist problematisch, dass nicht alle  Erreger abgetötet werden, Erkrankungen drei bis vier Wochen nach dem Einstallen auftreten und Viren nicht erwischt werden. Zudem nehmen nicht sichtbar kranke Kälber zu wenig Milch auf. Dazu kommt die Rückstandsproblematik im Fleisch.

Antibiotika und Impfung

Das zweite Schema sieht eine Impfung über die Nase gegen BRSV/PI3 und zeitgleich eine Injektion eines Langzeit-Antibiotikas mit einer Wiederholung der Antibiotika-Gabe nach acht bis zehn Tagen vor. Je nach Infektionsdruck ist auch die Impfung kurz vor dem Umstallen (6 bis 8 Wochen nach der ersten Impfung) gegen BRSV zu wiederholen.

Erhard Funk, Lüftungsberater aus Bayern (D), widmete seine Präsentation dem optimalen Stallklima. Für ihn ist entscheidend, dass die Luft absolut zugfrei in den Stall kommt, die Schadgase kontrolliert werden und die Isolierung gut ist.


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