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Normalerweise findet die Bergschaf-Interalpin alle drei Jahre statt – jedes Mal mit einem anderen Motto. Thema der diesjährigen Interalpin war das erste europäische Widder- und Bock-Championat. Ziegenböcke wurden allerdings nur aus Österreich aufgeführt. Trotzdem konnten Schweizer Züchter indirekt Erfolge verbuchen. So wurden bei den Saanen-, den Toggenburger- und den Pfauenziegen Böcke zu Euro-Champions erkoren, die in der Schweiz gezüchtet wurden. Bei den Gämsfarbenen Gebirgsziegen trug ein Kategoriensieger ebenfalls eine Schweizer Inschrift.
Aus den Alpenländern
Neben den knapp 50 aufgeführten Böcken waren auf dem Innsbrucker Messegelände über 500 Widder ausgestellt. Als Aussteller haben Züchter aus ganz Österreich, aus Bayern und Baden-Württemberg, aus der Lombardei, aus Trient und Südtirol in Italien sowie 27 der besten Widder aus der Schweiz teilgenommen – insgesamt 17 Schafrassen. Denn die Interalpin soll, so der Geschäftsführer des Schafzuchtverbands Tirol, OK-Chef Johannes Fitsch, «die Alpenländer zusammenführen im Sinne eines stärkeren Miteinanders und für einen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.» Dass die Interalpin bereits einen wesentlichen Beitrag zu diesem Austausch leistet, zeigt sich laut Fitsch darin, dass es seit deren erster Austragung im Jahr 1997 in Österreich massiv mehr Walliser Schwarznasen- und Juraschafe (Schwarzbraune Bergschafe, SBS) gibt.
Neben den SBS und den SN waren auch Weisse Alpenschafe (WAS) ausgestellt. Allerdings gab es bei den WAS keine ausländische Konkurrenz, sodass Schweizer Züchter den Euro-Champion unter sich ausmachten. Kategoriensieger wurden zunächst ein vierjähriger Widder von Ivan und German Rotzetter, Gurmels FR, und ein 3½-jähriger Widder von Riccardo Caluori, Bonaduz GR. Beide Widder überzeugten mit ihrer Harmonie und einer hervorragenden Bemuskelung. Gewählt zum Euro-Champion wurde schliesslich der Widder von Riccardo Caluori.
Schwarznasenschafe
SN-Schafe wurden dagegen ausschliesslich aus Österreich aufgeführt. Diese Züchter lobte der Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbandes, German Schmutz, der in Innsbruck für die Schweizer Rassen als Preisrichter amtierte, für ihre Liebe zu dieser speziellen Rasse. «Da müssen sich Züchter besondere Mühe geben, ein Tier gut zu präsentieren», betonte Schmutz. Ein im Oktober 2007 geborener Widder von Johann und Roswitha Langreiter, Rauris (Salzburg), und ein sechs Monate jüngerer Widder von Bernhard Signitzer, Matrei (Tirol) wählte er zu Gruppensiegern. Signitzers Widder überzeugte mit seiner Grossrahmigkeit und der enormen Flankentiefe. Langreiters Widder, den dieser im Dezember 2008 im Oberwallis gekauft hat, bestach aufgrund seiner Ausstrahlung. «Ich schätze an den SN vor allem ihre Gutmütigkeit und die Standorttreue», erklärt Langreiter den Grund, weshalb er Tiere aus dem Oberwallis kauft. Gesamtsieger wurde dann aber aufgrund seines Körperbaus der Widder von Stignitzer, der aus dem eigenen Zuchtbetrieb stammt.
Internationales Juraschaf
Beim Juraschaf wurden drei Kategorien eingestellt, wobei in zwei Gruppen je ein Widder von Gerhard Strasser aus Attnang (Oberösterreich) Sieger wurde. Familie Pasquier aus Courtepin FR stellte den Champion in der Kategorie der ältesten Widder, der dann auch klar zum Euro-Champion erkoren wurde. Alle drei Kategoriensieger waren sehr ausgeglichen und gut verbunden, doch wurde der Widder aus der Schweiz aufgrund seiner besseren Rückenlinie klarer Sieger.
Die Zuchtfortschritte in Bezug auf Fleischigkeit, die man bei den SBS in der Schweiz während der letzten Jahre beobachten konnte, waren auch im Ausland zu sehen. Schmutz: «Beim Betreten des Rings fällt nicht gleich auf, welcher Widder aus der Schweiz stammt und welcher nicht.» Auch in Bezug auf rassenspezifische Merkmale und die Wollqualität stehen die österreichischen Juraschafe den Schweizer SBS in nichts nach.
Kein direkter Vergleich
Geringfügige Unterschiede waren dagegen bei den SN festzustellen. «Im Typ und im Rahmen sind die österreichischen SN noch nicht so wuchtig wie im Oberwallis.» Auch in der Stapellänge entsprechen sie nicht ganz dem Vorbild aus dem Oberwallis, weshalb es ihnen ein wenig an Ausdruck fehle. Ein direkter Vergleich war jedoch nicht möglich, da kein Schweizer SN-Züchter mehr an der Interalpin teilgenommen hat – obschon die Widder unter Umständen zu einem überdurchschnittlich hohen Preis hätten verkauft werden können.
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