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Bei dem neuen Logo sind die EU-Sterne in Form eines Blatts vor einem grünen Hintergrund angeordnet. Für Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz, enthält das Logo zwei klare Botschaften: Natur und Europa.
Ein weiterer Vorteil des Zeichens sei, dass es nicht dominant sei, wie Niggli in einem Blog-Beitrag zu den drei Logos schreibt. «Es konkurrenziert deshalb attraktive private, regionale oder nationale Labels nicht, sondern fügt ihnen eine 'grüne europäische Komponente' hinzu», so Niggli weiter.
Der FiBL-Direktor gehörte zur internationalen Jury, die eine erste Vorauswahl aus den rund 3500 Vorschlägen traf. Der Sieger, der aus Deutschland kommt, wurde dann per Abstimmung im Internet öffentlich bestimmt. 130'000 Personen beteiligten sich laut Kommission an der Endabstimmung.
Label-Dschungel bleibt
Es sei nötig, europaweit ein Logo zu haben und für die Konsumenten Klarheit zu schaffen, sagte die abtretende EU- Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel in Brüssel. Allerdings räumte auch sie ein, dass «wir heute einen Dschungel von verschiedenen Logos haben». Das werde so bleiben.
Zwar wird das neue EU-Bio-Label ab dem 1. Juli 2010 für alle vorverpackten Bio-Lebensmittel in den EU-Ländern obligatorisch sein. Nationale Qualitätszeichen und bestehende Branchenzeichen wie Naturland oder Demeter können aber weiterhin parallel aufgedruckt werden. «Wir wollen diese Logos nicht verschwinden lassen», so Fischer Boel.
Schweizer Knospe
In der Schweiz existiert kein staatliches Bio-Siegel. Allerdings hat sich das privatwirtschaftliche Signet Knospe «seit fast 30 Jahren in der Schweiz als Bio-Marke bewährt», wie Jacqueline Forster- Zigerli, Sprecherin von Bio-Suisse, auf Anfrage erklärte.
Da die Knospe in der Schweiz so gut etabliert sei, schaffe das neue EU-Bio-Label nicht mehr Transparenz für den Kunden. «Zudem ist das EU-Label in einigen Bereichen weniger streng, als die Knospe», sagte Forster-Zigerli weiter.
Das betrifft zum Beispiel die Bio-Höfe in der EU. Diese können auswählen, was sie biologisch anbauen und was nicht. Diese Aufteilung ist in der Schweiz nicht möglich. Bei einem Schweizer Bio- Betrieb wird alles biologisch hergestellt.