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Weidemast

Positives Image mit Weidemast

Gesunde Ernährung und artgerechte Tierhaltung stehen hoch im Kurs. Die Weidemast respektiert die Bedürfnisse der Tiere und deren Umwelt und befriedigt dadurch zudem die Ansprüche der Konsumenten.
Das Fleisch von Tieren, die auf der Weide gemästet wurden, hat sowohl für die Produzenten wie für die Konsumenten erwünschte Nebeneffekte.

An der Informationstagung «Rindfleischproduktion auf der Weide», organisiert durch die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) in Nyon wurden verschiedene Perspektiven der weidebasierten Fleischproduktion vorgestellt. Betriebe in Ackerbaugebieten, die die Milchproduktion aufgrund mangelnden Einkommens aufgeben müssen, benötigen die Kunstwiesenjahre in der Fruchtfolge nicht mehr, was sich negativ auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt. Die Idee der Rindfleischproduktion auf Kunstwiesenflächen wurde während eines dreijährigen Versuches der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL, Zollikofen, getestet.

Mindestgewicht ist nötig

«Mindestens 350 Kilogramm Lebendgewicht müssen die Tiere im Frühjahr haben, wenn man sie auf der Weide schlachtreif bringen möchte», sagt Ruedi Schmied, Zuständiger für die Datenerhebung und Auswertung in diesem Projekt und Charolais-Züchter in Kirchlindach BE. Rechnet man mit durchschnittlich 800 Gramm Tageszuwachs pro Tier auf der Weide während einer Weideperiode von rund 210 Tagen, ergibt dies ein Mastendgewicht von ungefähr 520 Kilogramm.
Sind die Tiere bei Weidebeginn leichter als 350 kg, kann eine Ausmast im Stall oder eine zweite Weidesaison nicht umgangen werden.

Bei einer guten Grasqualität im Frühjahr und nicht zu trockenen Witterungsbedingungen während des Sommers werden die Tiere direkt ab der Weide in den Schlachthof gebracht. Im Versuch wurden 50% der Schlachtkörper in die CH-TAX-Klassen C und H eingestuft, 71% erreichten den optimalen Ausmastgrad von 3. Jederzeit können jedoch Krankheiten oder extreme Witterungsverhältnisse die Herden schwächen, wodurch eine Zufütterung oder eine Ausmast im Stall notwendig wird.

Tierwahl entscheidet

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Weidemast. Einerseits werden Schlachttiere nach 10 Monaten bei der Mutterkuh vermarktet (Natura-Beef), und andererseits werden Rinder und Ochsen nach dem Absetzen als Mastremonten auf der Weide ausgemästet. Entscheidend für das entsprechende Weidesystem ist in erster Linie die Wahl des Rassentyps. Beispielsweise zeigte die Vermarktung von Natura-Beef im Sommer, dass sich Angus als frühreife Rasse mit mittlerer Milchproduktion gut für diesen Produktionszweig eignet. Eine solide Milchproduktion ist für eine gute Entwicklung des Kalbes sehr wichtig. Im Allgemeinen sind das Grundfutterangebot, die eventuelle Endausmast spätreifer Tiere sowie die Zusatzfütterung bestimmende Faktoren, um den Marktanforderungen gerecht zu werden.

Qualität ab der Weide

Die Bedürfnisse der Gesellschaft und das positive Image der extensiven Weidemast bewirkten, dass sich in den letzten zehn Jahren die Menge an Ochsenfleisch verdreifacht hat. Neben dem guten Image ist aber auch die Qualität des Fleisches ein wichtiger Aspekt und somit für den Konsumenten ein relevantes Kaufargument. «Die Fleischfarbe von Weidebeef ist im Gegensatz zur Intensivmast durch den leicht erhöhten pH-Wert dunkler und die Farbe des Fettes durch den erhöhten Karotingehalt von Gras gelblich. Dieser Gelbfärbung kann beispielsweise durch die Ausmast mit karotinarmem Futter wie etwa Maissilage in der Endphase entgegengewirkt werden», so Pierre-Alain Dufey von der eidgenössischen Forschungsanstalt Liebefeld-Posieux. Das Fleisch von Weidetieren hat ein höheres Safthaltevermögen als dasjenige von Tieren mit einer energiereicheren Ration. Zudem erhöht die grasbasierte Fütterung von Masttieren nicht nur den Omega-3- und den Linolsäuregehalt von Fleisch, sondern auch den Anteil an Vitamin E, welches für die Stabilität der Fleischfarbe verantwortlich ist und der Geschmacksänderung von gekochtem Fleisch entgegenwirkt.

Initiativen in Frankreich

Die ursprungsnahe Produktionsform ist beim Konsumenten gefragt und fordert von den Bauern Initiativen. In der französischen Region Charolles wurde aus diesem Anlass das Label «Bœuf de Charolles» eingeführt, ein Produktionssystem mit maximalem Weideanteil und einer Kraftfuttergabe von höchstens 1 Kilo pro 100 Kilo Lebendgewicht und Tag in der Endmastphase. Eine solche Initiative muss durch die Anerkennung der Züchter für qualitativ gutes «Fleisch aus Gras» vergütet werden.


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Nathalie Roth [12.02.2010 15:]
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