«Holz hat grosse Zukunft»
In Spiez fand am Freitag der Berner Oberländer Holztag 2010 mit dem Titel «Grundanforderungen für den naturnahen Waldbau und Auswirkungen auf die Waldnutzung sowie auf das Holz verarbeitende Gewerbe» statt.
Hintere Reihe v.l.: Stefan Flückiger, Geschäftsführer Berner Waldbesitzer, Geri Fischer, Präsident BEO Holz, Erich von Siebenthal, Nationalrat. Vordere Reihe: Rolf Manser, Abteilungschef Bafu, Urs Amstutz, Direktor Waldwirtschaft Schweiz, Hansruedi Streiff, Direktor Holzindustrie Schweiz. / Lukas Lanzrein
«Holznutzung trägt dazu bei, dass Wälder stabil bleiben und verjüngt werden. Holz ist zugleich ein wichtiger und klimaneutraler Energieträger», mit diesen einleitenden Worten begrüsste der Präsident von BEO Holz, Geri Fischer, die mehr als hundert anwesenden Personen aus der Holzindustrie, Waldbesitzer, Behörden und Politiker, welche sich zum alljährlichen Holztag zusammengefunden hatten. Es folgten mehrere äusserst kompetente Redner, welche die Auswirkungen der Bafu-Vorgaben (Bundesamt für Umwelt) auf die Holznutzung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten.
Vorgaben umstritten
Den Anfang machte Rolf Manser, Abteilungschef Wald beim Bafu, welcher in seinem Referat die Bafu-Vorgaben respektive das Waldprogramm Schweiz vorstellte und probierte, klarzustellen, dass dieses sowohl die Anliegen der Umwelt wie auch der Waldbesitzer und der Wirtschaft genügend berücksichtige. Dieser Aussage wurde sogleich im nächsten Referat vehement widersprochen. Urs Amstutz, Direktor Waldwirtschaft Schweiz, führte aus, dass sogar Bundesrat Moritz Leuenberger in einem vorliegenden Brief erklärt habe, dass die Waldbesitzer wesentlich zur Biodiversität und zur guten Gesundheit der Schweizer Wälder beigetragen hätten. Angesichts dieser Aussagen erstaune es, dass beim geplanten, jedoch schon gescheiterten Waldgesetz weitere Auflagen im Umweltschutzbereich gemacht werden sollen, ohne jedoch die wirtschaftliche Seite zu unterstützen. Das Waldprogramm Schweiz habe jedoch gezeigt, dass genau dort Handlungsbedarf bestehe. Amstutz forderte daher mehr unternehmerische Freiheiten für die Waldeigentümer.
Verknappung befürchtet
Ebenfalls scharfe Kritik am Verhalten der Behörden äusserte Hansruedi Streiff, Direktor Holzindustrie Schweiz. Er betonte, dass die Holz verarbeitende Industrie am Wachsen sei, dass jedoch auf der Rohstoffseite eine Verknappung drohe, welche mehr mit Ideologien (der Behörden und der Politik) zu tun habe als mit den tatsächlichen Ressourcenverhältnissen. Mit gewissen «Naturschutzübertreibungen», welche ökologisch kaum Pluspunkte brächten, werde die Nutzung der Wälder als Holzlieferanten für die Industrie künstlich klein gehalten. Dies schade der Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Holzindustrie.
Hindernisse für Nutzung
Dem schloss sich auch Stefan Flückiger, Geschäftsführer der Berner Waldbesitzer, im letzten Referat an. Der Wald sei nicht defizitär, sondern er werde durch Politik und Verwaltung ins Defizit manövriert. Weiter seien die meisten Wälder auch nicht öffentliche Güter, sondern gehörten privaten Eigentümern. Leider nehme das die Öffentlichkeit zu wenig wahr. Hier bestehe Handlungsbedarf.
Holz hat Zukunft
In der abschliessenden Podiumsdiskussion waren sich alle Vertreter einig: Holz(nutzung) hat eine grosse Zukunft. Nur sei nicht sicher, dass dieses genutzte Holz aufgrund der Regulierungen und Auflagen der Behörden auch Schweizer Holz sein werde.