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ePaper Schweizer Bauer

Hans Braun ist der «Mister Swiss-Fleckvieh». Das kam bei den zahlreichen Rednern anlässlich seines Rückttritts als Präsident der IG Swiss-Fleckvieh am Donnerstag in Thun deutlich zum Ausdruck. Doch in den Voten vor den rund 100 Teilnehmern an der Generalversammlung kam auch klar zum Ausdruck, dass Braun auch ein Unbequemer war. Emanuel Germann, ehemaliger Direktor des Schweizerischen Fleckviehzuchtverbandes (SFZV), erzählte, er habe Braun vor 10 Jahren einmal gesagt: «Du hast gute Anliegen, musst diese aber manchmal etwas diplomatischer hinüberbringen.»
Mutz anstatt Gipserkleid
Braun zeigte an seiner letzten GV als Präsident, dass er nichts von seiner Angriffigkeit eingebüsst hat. Die SF-Züchter seien auf jeden Fall nicht Schuld am «Puff» auf dem Milchmarkt. Oder im Zusammenhang mit den Bekleidungsgewohnheiten bei manchen Ausstellungen meinte er: «Bei den weissgewandeten Vorwürfern könnte man meinen, es seien ein paar Maler und Gipser vom Gerüst gefallen.»
Es sei doch viel schöner, wenn man zur Schweizer Identität stehe und die Kühe im «Mutz» vorführe. Braun schaute in seinem Rückblick auf die Gründung der IG vor 10 Jahren zurück: «Ende der 90-Jahre hatte die damals FT genannte Kuh keine Lobby.» Die Gründung der Fachkommission sowie der IG Swiss Fleckvieh am 28. April 2000 in Alchenflüh BE hätten dem aber abgeholfen. Seither habe man viel erreicht: Swiss Fleckvieh werde langsam zur Rasse, die SF-Kühe würden separat von den Red-Holstein-Kühen gerichtet. Und die SF-Rasse sei Spitze punkto Lebensleistung, Nutzungsdauer und Zellzahlen.
Ehrenpräsident Braun
Dass Braun bei den SF-Züchtern eine grosse Wertschätzung geniesst, konnte man der Antrittsrede seines Nachfolgers Rolf Dummermuth aus Fahrni BE entnehmen: «Ich übernehme ein anspruchsvolles Amt, zumal wenn man einen Vorgänger wie Hans Braun hat.» Auch Dummermuth darf von Anfang an einen grossen Rückhalt geniessen, wurde er doch einstimmig in das neue Amt gewählt. Im Anschluss verlieh die Versammlung dem abtretenden Präsidenten Braun den Titel eines Ehrenpräsidenten.
Hansueli Maurer, Altbüron LU, wurde für Braun als neuer Vertreter der Region Nordwestschweiz in den Vorstand gewählt. Maurer ist der Züchter des beliebten KB-Stieres Björn, der in den beiden letzten Jahren bei SF am meisten eingesetzt wurde. Auch Geschäftsführer Bernhard Lengacher trat sein Amt ab und zwar an Hanspeter Liechti, der den Züchtern als ehemaliger Mitarbeiter des SFZV in Erinnerung ist.
Die Umbenennung des SFZV in Swissherdbook zog Statutenänderungen nach sich, die einstimmig genehmigt wurde. Auch die Jahresrechnung und das Budget wurden einstimmig genehmigt. Fachkommissionspräsident Fritz von Känel berichtete über zuchttechnische Neuerungen. So sei neu der Milchzuchtwert im Gesamtzuchtwert mit 0 gewichtet. Der Zuchtwert Zellzahl hingegen habe einen Einfluss von 16 %.