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ePaper Schweizer Bauer

Saugen, zischen, dröhnen - eine Kuh im Melkstand leistet nicht nur körperliche, sondern auch psychische Schwerstarbeit. Sie lässt sich das in der Regel problemlos gefallen, vorausgesetzt die ganze Sache wird ihr nicht zu stressig. Um genau das zu verhindern, hat die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART jetzt eine experimentelle Melkwand in Betrieb genommen, die in Europa einzigartig ist.
Tier und Technik arbeiten nicht immer reibungslos zusammen. Ein falscher Schlauch oder eine zu kleine Pumpe können Lärm, Vibrationen und Vakuumschwankungen auslösen, die sich negativ auf das Wohlbefinden der Kühe und vor allem auf die Qualität der Milch auswirken können.
Kleine Fehler machen Milch schlecht
Lärm und Vibrationen im Kuhstall belasten Tier und Melkperson gleichermassen. Bei einer andauernden Stresssituation können sich Fehler in der Handhabung der Melkmaschine einschleichen. Das wiederum kann zu Euterinfektionen führen, was die Qualität der Milch beeinträchtigt.
Mit der neuen Melkwand in Tänikon lassen sich Fehlerquellen im Melksystem ausfindig machen und beheben. Wie in einem richtigen Melkstand kann eine Person die Melkanlage bedienen. Doch statt richtigen Kühen, gibt es nur eine Reihe von Kunstzitzen, aus denen statt Milch Wasser fliesst.
Sensoren erfassen die Lärmemissionen jedes einzelnen Arbeitsschritts im Melkprozess. Ferner werden Druckschwankungen im Leitungssystem gemessen. Die Resultate helfen, bessere Arbeitsbedingungen im Melkstall für Tier und Mensch zu schaffen und die Qualität der Schweizer Milch auf hohem Niveau zu halten.