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Studie zu Feuerbrand

International gegen Feuerbrand

Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt am Bodensee soli die Bakterienkrankheit der Apfelbäume stoppen helfen und Alternativen zum Streptomycin-Einsatz aufzeigen. Dies berichtet das «St.Galler Tagblatt».
Darum heisst es Feuerbrand: Diese Birnen sehen wie verbrannt aus. / ek

Das Feuerbrandbakterium befällt nach wie vor ganze Apfelplantagen am Bodensee und zwingt die Obstbauern zur Rodung. Zwar war dies im
vergangenen Jahr nicht ganz so schlimm wie 2007, doch muss
weiterhin fieberhaft nach alternativen Spritzmitteln oder Feuerbrand-
toleranten Apfelsorten gesucht werden. Dafür haben sich elf Forschungsinstitute aller See- Anrainerländer 2006 zum EU-Projekt «Gemeinsam gegen Feuerbrand» zusammengeschlossen.

Erste Ergebnisse, die am Samstag auf der Fruchtwelt Bodensee. in
Friedrichshafen präsentiert wurden, lassen Hoffnung aufkommen.

Verheerende Schäden 2007

Der milde Frilhling liess 2007 das Feuerbrandbakterium besonders
gut gedeihen. In der Ostschweiz mussten über hundert Hektar Obstbäume gerodet werden- mehr als je zuvor. Auf der deutschen Bodenseeseite waren es nochmals gut 50 Hektar. Zu viel, angesichts einer Anbaufläche von 6200 Hektar auf deutscher, 1000
auf Ostschweizer und 100 Hektar Apfel-Anbaufläche auf Vorarlberger
Seite. Zur Eindämmung wird derzeit das umstrittene Antibiotikum Streptomycin gespritzt.

2009 wandten allein im Bodenseekreis 332 Betriebe das Antibiotikum auf 2200 Hektar Fläche an.

Antifek statt Streptomycin

Hilfe für den Obstbau kommt
mit dem von der Europäischen Union und der Schweiz als oInterreg
IV-Projelct. finanzierten Projekt «Gemeinsam gegen Feuerbrand». Seit Herbst 2007 wird gemeinsam geforscht. Bis 2011 wird das 2,3 Millionen Euro teure Projekt laufen. Im Juli 2009 gab ein Spritzmittel den Experten Anlass zur gedämpften Hoffnung: «Wir haben erste Erfolge mit Antifek erzielt, einem Desinfektionsmittel, das normalerweise in der Lebensmittelherstellung, zur Wunddesinfektion, in Kosmetika sowie zur
Luftreinhaltung eingesetzt wird», sagt Manfred Büchele vom baden-
wtirttembergischen Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee
(KOB) bei Ravensburg. Weiterhin laufen auf Testfeldern Freilandversuche, auch an der Universität Konstanz werden die Stoffe getestet.

Ist Antifek wirldich die Lösung, wäre der Streptomycin-Einsatz
nicht mehr nötig. In Vorarlberg läuft derweil ein Versuch mit homöopathischen Mitteln. Immer wieder werden neue Pestizide von
einem Expertengremium für Tests aufgenommen - mit bescheidenem
Erfolg. Lediglich Antifek erzielt eine vielversprechende Wirkung: In vier bis acht Jahren könnte der Wirkstoff ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel werden.

Nach neuen Apfelsorten suchen

Markus Kellerhals vom Schweizer Forschungszentrum «Agroscope
Changins» in Wädenswil (ACW) hat bereits neue Apfelsorten
geziichtet, die gut schmecken, schön aussehen und tolerant
gegen Schorf, Mehltau und Feuerbrand sind. «Tolerant deswegen,
weil es schwierig ist, die absolute Resistenz hinzukriegen», so der
Experte. Die neuen Sorten seien weniger anfallig. Weil aber vier
bis Riff Generationen und somit 25 bis 30 Jahre nötig sind, um
hochwertige Äpfelsorten zu erhalten, muss die Zucht mittels
Gentechnilc beschleunigt werden. «Das Endprodulct ist aber gentechnisch frei», sagt Kellerhals.


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sam [22.02.2010 17:]
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