Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR

Die bereits beschlossene Kürzung des Molkereimilchmengen-Indexes von 103.6 auf 100.0 Punkte soll gemäss einer Medienmitteilung der BOM in den milchstarken Monaten März bis Juni umgesetzt werden. «Die gekürzte Menge von 62'000 Tonnen muss zwingend über die Milchbörse gehandelt werden», heisst es in der Mitteilung.
Senkung des Mengenindex auf 100
Bereits am 28. Januar 2010 hatte der Vorstand der BOM beschlossen, den Mengenindex für Molkereimilch von 103.6 auf 100.0 Punkte zu senken und den Richtpreis bei 62.0 Rp./kg (exkl. MwSt., franko Rampe) zu belassen. An der Sitzung vom 23. Februar 2010 wurde dieser Entscheid bekräftigt. Der Vorstand vertritt offenbar die Auffassung, dass im aktuellen Zeitpunkt eine Erhöhung des Richtpreises nicht vertretbar sei: «Der Anreiz einer verstärkten Überproduktion, die aktuelle Entwicklung der Weltmarktpreise für Milchpulver und Butter, die Abwärtstendenz des Euro-Kurses sowie die ohnehin anstehende Richtpreisdiskussion an der nächsten Vorstandssitzung rechtfertigen zurzeit keine Richtpreiserhöhung.»
Mit der Senkung des Mengenindexes für Molkereimilch habe der Vorstand die Problematik der aktuellen Überproduktion erkannt: «Die Senkung von 3.6 Indexpunkten entspricht 62'000 Tonnen Molkereimilch oder umgerechnet ca. 3'000 Tonnen Butter.» Der Vorstand hat entschieden, dass diese Menge Milch nicht über das ganze Jahr 2010 verteilt zu reduzieren sein wird. Wie von der Produzentenseite beantragt wird die gekürzte Menge in der Periode 1. März bis 30. Juni 2010 aus der kontraktierten Menge herausgelöst und zeitlich konzentriert und zwingend an die Milchbörse gebracht. «Mit dem Instrument der Milchbörse wird den Markpartnern die Möglichkeit geboten, die Milch bei Bedarf zu reinen Marktkonditionen zu handeln». Bei einer fortdauernden Unterschreitung einer definierten Preisschwelle (53.2 Rp./kg im Monat März 2010) behält sich der Vorstand eine Marktabräumung vor. In diesem Fall würde die Börse geschlossen und eine zu definierende Milchmenge zu Weltmarktpreiskonditionen verarbeitet und exportiert.
Keine permanente Fettstüzung mehr
Mit der Aufhebung des Milchstützungsfonds der Schweizer Milchproduzenten SMP per Ende 2009 stellte sich die Frage, ob in Zukunft ein Instrument für eine direkte Marktintervention vorhanden sein soll. Der Vorstand vertritt die Auffassung, dass eine permanente Preisstützung von definierten Produkten nicht mehr zeitgemäss ist. Ein dauerhafter Interventionsfonds wird abgelehnt. Der Vorstand hat jedoch einer temporär einsetzbaren Interventionsreserve im Grundsatz zugestimmt. Das Verwendungsspektrum, die Finanzierung, ein transparentes Controlling und weitere Detailaspekte dieser neuen Interventionsmöglichkeit werden in enger Zusammenarbeit mit allen Marktpartnern demnächst konkretisiert.