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Fleischrinder

Simmental-Beef-Züchter in Schottland

Das erste Treffen der neu gegründeten europäischen Arbeitsgruppe Simmental-Beef fand im Rahmen der Simmental Perth Bull Sales in Stirling, Schottland, statt. Angereist waren Vertreter aus mehreren Ländern Europas.
Die beiden Topbullen der mittleren Altersklassen. Rechts einer der Topseller der Auktion, Blackford Worzel, ein Celtic-Rock-Sohn, wurde für 37000 Franken zugeschlagen. / Mathias Gerber

Am ersten Tag des Treffens wurde neben der Arbeitssitzung auch die Simmental-Auktion im neuen Vermarktungszentrum in Stirling besucht. Die Februar-Auktion ist eine der grössten Verkaufsveranstaltungen für Simmental-Zuchttiere in Grossbritannien, so reisen denn auch Züchter aus allen Gegenden des Vereinigten Königreiches mit ihren Tieren an.
Simmental hat in Grossbritannien bereits eine 40-jährige Tradition. 1970 wurden die ersten 200 Tiere in der Schweiz angekauft und ins Vereinigte Königreich gebracht.

Darauf folgten weitere Importe aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich. Rasch wurde Simmental bei den Züchtern beliebt und breitete sich auf der ganzen Insel aus. Heute ist Simmental eine der vier wichtigsten Fleischrinderrassen in Grossbritannien. Die Rasse ist sehr beliebt wegen der hohen Zuwachsraten und der guten Muttereigenschaften.

Betriebe besucht

Am zweiten Tag des Treffens besuchte die Gruppe drei Betriebe in Schottland, darunter Dirnanean-Simmentals der Familie Finlay und Neil McGowan. Durch die Stiere Dirnanean Spencer und Dirnanean Telstar ist dieser Betrieb auch vielen Züchtern in der Schweiz bereits ein Begriff. Etwas nördlich von Perth bewirtschaftet die Familie McGowan rund 500ha Grasland, mit 200 Mutterkühen und rund 1000 Mutterschafen. Die Mutterkuhherde ist in zwei Rassen aufgeteilt, neben Simmental wird auch die Rasse Luing gezüchtet.

Bereits 1973 hat Finlay McGowan die ersten zwei Simmentaler Rinder aus einem Import aus der Schweiz gekauft. Stolz zeigte er der Schweizer Delegation die alten Abstammungsausweise des Fleckviehzuchtverbandes. Die beiden Tiere Arve (Züchter: Hans Siegenthaler, Eggiwil) und Meise (Züchter: Fritz Gerber, Boltigen i.S.) wurden zu Stammkühen der Dirnanean-Simmentalzucht. Von der Kuh Meise verkaufte McGowan später auch Tiere nach Neuseeland.

Hornlos-Gen eingeführt

Mit dem Import von einigen Embryonen aus Kanada hat McGowan das Hornlos-Gen in die Herde eingeführt. Aus dieser Zuchtlinie hervorgegangen ist der KB-Stier Dirnanean Telstar, der auch in der Schweiz im Reservationsangebot von Swissgenetics verfügbar ist. Der 4-jährige Stier ist weiterhin auch auf dem Betrieb im Einsatz und präsentiert sich in sehr guter Verfassung. Besonders hervorzuheben ist das trockene und eher feine Fundament. Nachkommen von Telstar kann Familie McGowan sehr gut verkaufen, da Telstar neben der Hornlosigkeit auch sehr gute Werte im Abkalbeverhalten und in der Bemuskelung aufweist.

Immer wieder erzielt die Dirnanean-Genetik an Auktionen in Grossbritannien Spitzenpreise. So konnte McGowan an der Perth-Auktion im Jahr 2008 einen Halbbruder von Telstar für 22000 Guinee**, rund 41000 Franken, verkaufen.

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*Der Autor ist Präsident von Simmental Suisse. **Die Währung Guinee wird bei Auktionen in Grossbritannien verwendet und entspricht 1.1 Pfund.


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Mathias Gerber [02.03.2010 14:]
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