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Welthandel

WTO-Chef Lamy: Unbegründete Angst vor Protektionismus in der Krise

Die Gefahr, dass sich Volkswirtschaften in der aktuellen Wirtschaftskrise abschotten, scheint unbegründet. Nach Ansicht des Generaldirektors der Welthandelsorganisation WTO, Pascal Lamy, gibt es kaum protektionistische Tendenzen.

«Unter dem Strich sind die Weltmärkte heute so offen wie vor der  Krise», sagte Lamy in einem Interview mit dem «Schweizer Bauer» vom  Samstag. Die WTO habe in der Krise mitgeholfen, die Weltwirtschaft  offen zu halten. Dabei hätte die Heftigkeit der Krise durchaus zu  mehr Protektionismus führen können - wie in den 1930er-Jahren.

Lamy plädierte für die Schaffung einer «WTO im Finanzbereich».  Die aktuelle Krise sei auch die Folge mangelnder internationaler  Regulierung. Der WTO-Direktor kritisierte in diesem Zusammenhang die  wenig aktive Kommunikationspolitik von Notenbankern: «Ihre  Arbeitskultur besteht darin, so obskur zu sein wie nur möglich.»

Doha-Kompromiss «in Reichweite»

Zur blockierten, im Jahr 2001 in Doha lancierten Runde zur  weiteren Liberalisierung des Welthandels, äusserte sich Lamy einmal  mehr zuversichtlich: Nach acht Jahren Verhandlungen liege ein  Kompromiss «in Reichweite». Die WTO-Mitglieder seien sich zu 80  Prozent einig.

Einigkeit bestehe bei der umstrittenen Öffnung der Agrarmärkte:  Subventionen für die Landwirtschaft müssten gekürzt, Zollbarrieren  abgebaut, Export-Subventionen vollständig gestrichen werden. Die  Schweizer Bauern müssten sich davor nicht fürchten. Sie hätten sich  in den vergangenen Jahren im Export «gut geschlagen».


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sda [06.03.2010 20:]
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