schweizerbauer.ch
Homepage
Wetter
Markt & Preise
Politik & Wirtschaft
Tiere
Pflanzen
Landtechnik
Vermischtes
Hintergrund
Galerien
Marktplatz/Inserate
Service
Aboservice
Markt & Medien AGRAR
ePaper Schweizer Bauer
»Online-Suche:
Semag

Saatzucht: 15 ha weniger Saatkartoffeln

Obwohl die Getreidefläche kleiner geworden ist, konnte die Semag den Umsatz 2009 steigern. Die Firma ist sich aber bewusst, dass vor allem im Getreidebereich noch turbulente Zeiten auf die Branche zukommen.
Semag-Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Schlup gab sich überzeugt, dass die Getreidebranche ihre Hausaufgaben gemacht hat. / Daniel Etter

Die Zukunft des Getreidebaus in der Schweiz sieht eher düster aus. Dies zeigte sich an der gestrigen Aktionärsversammlung der Semag  im bernischen Burgdorf. 1990 seien in der Schweiz noch 212000 Hektaren Getreide angebaut worden, 2010 werden es noch etwa 145000 Hektaren sein, informierte Semag-Geschäftsführer Adrian Krähenbühl. «Dies entspricht einem Rückgang um 25 Prozent innerhalb von zehn Jahren», zeigte sich Krähenbühl nachdenklich.

Zu viel Top-Weizen

Diese Tendenz bestätigte auch Gastreferent Daniel Beyeler. Er ist bei der Fenaco im Bereich Getreidehandel tätig. «Die Getreidefläche wird durch Grünland, Ölsaaten, aber auch durch Überbauungen verdrängt», so Beyeler. Interessant sei aber auch die Einzelbetrachtung der verschiedenen Getreidearten. Im vergangenen Jahr hätte die Brotgetreideproduktion um rund 6% ausgedehnt werden können, die Gerstenproduktion  sei hingegen um 2% und die Futterweizenproduktion gar um 34% zurückgegangen. Dies sei sehr problematisch, da der Futtergetreideanbau zwingend ausgedehnt werden müsste.

Die Versorgung der Schweiz mit Futtergetreide sei nicht mehr gewährleistet, und Importe könnten nur dank Brotweizendeklassierungen vermieden werden. «Nicht nur die Verschiebungen zwischen Futter- und Brotweizen, sondern auch innerhalb des Brotweizens sind bedenklich», sagte Beyeler. Es werde immer mehr Top-Weizen produziert, obschon die Nachfrage  rückläufig sei. Grossverteiler wollten keinen Top-Weizen, da sie auch aus qualitativ schlechterem Weizen gutes Brot herstellen könnten.

Getreidebau in Gefahr

Beyeler wagte auch einen Blick in die Zukunft. «Es kommt ganz auf die politischen Rahmenbedingungen an.» Im  schlimmsten Fall werde in einigen Jahren in der Schweiz kein Brotgetreide mehr angebaut. Dass die Situation in der Landwirtschaft und vor allem beim Getreidebau schwierig ist, war auch dem Semag-Verwaltungsratspräsidenten Hans-Rudolf Schlup klar. «Einige Branchen rufen erst eine Branchenorganisation ins Leben, wenn das Chaos bereits ausgebrochen ist», sagte Schlup. Anders hätte es die Getreidebranche gemacht und bereits 1999 die Branchenorganisation Swiss Granum ins Leben gerufen. «Damit wollten wir verhindern, dass es uns so ergeht wie den Kakaobauern.» Diese seien  schlecht organisiert und könnten sich kaum für ihre Anliegen einsetzen.

Trotz der rückläufigen Getreidefläche ist die Saat- und Pflanzgut AG, Semag, gut auf Kurs. «Wir passen die Saatkartoffelproduktion der Speisekartoffelfläche an», zeigte Krähenbühl auf. Deshalb würden im aktuellen Jahr 15 Hektaren weniger Saatkartoffeln angebaut.

Gutes Betriebsergebnis

Nicht nur im Mengenmanagement, sondern auch finanziell sieht es bei der Semag gut aus. Der auf rund 770000 Franken angestiegene Aufwand konnte durch den auf gut 20 Mio. Franken angestiegenen Umsatz kompensiert werden. Die Semag wies 2009 einen Gewinn von fast 60000 Franken aus. Allen Anträgen wie auch der Wahl von Hermann Arni aus Hettiswil BE, der den abtretenden Hanspeter Fankhauser aus Utzenstorf BE im Verwaltungsrat ersetzt, wurde einstimmig zugestimmt.


Artikel ausdrucken
Artikel per Mail versenden
Schrift vergrössern
Daniel Etter [09.03.2010 17:]
Das Wetter in
Mi
 
Do
 
Fr
Mehr Wetter » Mehr Wetter » Mehr Wetter »
-11° | -7°
-10° | -3°
-8° | -6°

»Zur Wetterübersicht