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Bio Weide-Beef

2500 neue Bio Weide-Beef-Tiere gesucht

Die Migros bündelt die verschiedenen Rindfleisch-Labels unter dem Label Weide-Beef und schafft damit eine bessere Übersicht für die Konsumenten. Das Angebot von Weide-Beef-Fleisch soll gleichzeitig verdoppelt werden.
Hubert Lombard sieht für 150 bis 200 zusätzliche Betriebe die Möglichkeit Bio Weide-Beef zu produzieren. / Hanni Schild

Die Migros regelt die verschiedenen Labels unter denen in der Vergangenheit Rindfleisch angeboten wurde. Ab dem 1. Mai wird Rindfleisch unter dem Label Weide-Beef vermarktet,  regionale Labels wie Bio Weide-Beef, Swiss Premium Rindfleisch, Puure Simmental oder aus der Region für die Region werden zusammengefasst. Rindfleisch unter dem Namen Weide-Beef wird künftig in der ganzen deutschsprachigen Schweiz angeboten. Die Produktionsrichtlinien werden in das neue Label-Programm übernommen. Für Weide-Beef gelten die gültigen IP-Bestimmungen für Biodiversität und für Biobetriebe diejenigen der Bio Suisse «Mit Vielfaltpunkten».

Wie Hubert Lombard, Präsident der Interessengemeinschaft Bio Weide-Beef, IG BWB, erklärte, sei das Programm Bio Weide-Beef vor rund 10 Jahren in Zusammenarbeit mit der Linus Silvestri AG entwickelt worden. Der Zulauf zu diesem Programm sei riesig gewesen bis zu dem Punkt, wo der Markt die Tiere nicht mehr aufnehmen konnte. Aus dieser Erfahrung  habe man gelernt und eine transparente Mengensteuerungsteuerung eingeführt, das heisst, jeder Produzent erhält ein jährliches Lieferrecht. Davon darf er nicht mehr als 60 Prozent im zweiten Halbjahr zur Schlachtung bringen. Die Masttiere müssen zwingend einen Mastrassenanteil von mindestens 50 Prozent haben, zugelassen sind nur Rinder und Ochsen.

2500 weitere Tiere nötig

Die Migros plant mittelfristig eine Steigerung von zusätzlich  2500 Schlachttieren. Wie Lombard bestätigt, sei das relativ viel. Diese Menge sei in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt  produziert worden. Aus seiner Sicht liege ein grosses Potenzial bei den konventionellen Milchbetrieben, die wegen der schlechten Aussichten im Milchmarkt für die Zukunft eine Umstrukturierung planen. Für diese Betriebe wäre die Umstellung auf Bio eine Gelegenheit, weiterhin in der Tierhaltung zu bleiben und die Grünflächen und Weiden zu bewirtschaften. Auf ackerfähigem Boden könnte zudem auf dem Schweizer Markt fehlender einheimischer Bioweizen produziert werden. 

Verdoppelung ist nötig

Für das Jahr 2010 wurde auf die Taxierung T3 vom Ochsenpreis der Proviande für Weide-Beef ein Zuschlag  von Fr.  1.60/ kg SG und für Bio Weide-Beef  von Fr. 1.90/kg SG vereinbart. Für H3 + 60 Rp. und für C3 +80 Rp. Die Zuschläge werden jeweils für ein Jahr ausgehandelt und festgelegt. Um diese Menge zusätzlicher Schlachttiere zu produzieren, sind rund 150 bis 200 zusätzliche Betriebe erforderlich. Ziel, so Lombard, seien vorerst 90 Tiere pro Woche, was praktisch einer Verdoppelung der bisherigen Menge gleichkomme.

Der Handel mit diesen Tieren läuft künftig nicht mehr nur über die Silvestri AG, sondern ist mit Beef Pool und IPS-KUVAG auf insgesamt drei Lieferanten erweitert worden. Die Migros habe sich für die Biorindfleischproduktion entschieden, weil offensichtlich Biokonsumenten attraktive Kunden seien. Da vor Festtagen erfahrungsgemäss der Rindfleischkonsum steige, habe das oft einen Mangel an Biofleisch zur Folge. Deshalb sei die Migros darauf angewiesen, weniger gefragtes Fleisch von Vordervierteln wenn nötig in ein tieferes Programm abzuwerten. Diese Möglichkeit habe die  Migros mit dem Terra-Suisse-Kanal.

Hubert Lombard freut sich über die Möglichkeit, 2500 Tiere mehr zu verkaufen: «Das ist in einer Zeit, wo es in der Landwirtschaft überall klemmt,  grossartig.»


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Hanni Schild [12.03.2010 11:]
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