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An der Delegiertenversammlung des Schweizer Kälbermäster-Verbands (SKMV) am Mittwoch in Thun unterstützten die 48 Delegierten einstimmig das Postulat des Luzerner CVP-Nationalrats Ruedi Lustenberger. In diesem fordert Lustenberger den Bundesrat auf, in der Weiterentwicklung der Agrarpolitik der schwierigen Lage von bäuerlichen Kälbermastbetrieben Rechnung zu tragen. Lustenberger begründet dies mit der stetigen Reduktion der Beiträge sowie der unbefriedigenden Marktlage, gerade im Jahr 2009, welche bei den Kälbermastbetrieben zu einer schwierigen wirtschaftlichen Situation und einer sehr unbefriedigenden Einkommenslage führte. «Dabei sind es gerade diese Betriebe, die in den Randregionen die Bewirtschaftung des Landes gewährleisten und damit einen wesentlichen Beitrag zur dezentralen Besiedelung und zur Pflege der Kulturlandschaft leisten. Diesen Betrieben ist daher auch aus übergeordneten Interesse und im Einklang mit Art. 104 der Bundesverfassung Sorge zu tragen», schreibt Ruedi Lustenberger.
Neue Geschäftsführerin
Die Geschäftsführerin des Schweizer Kälbermäster-Verbands, Brigitte Meier, die seit Anfang Jahr im Amt ist, präsentierte den Jahresbericht. Im Jahr 2009 zählte der Verband 1122 Mitglieder. Das sind auf Grund von Betriebsaufgaben und -umstellungen 0,7% weniger als 2008. Die Rechnung schloss mit einem Verlust von Fr.7567.20 ab. «Das ist erfreulich, hatten wir doch einen Verlust von 22000 Franken budgetiert, weil der SKMV die Raufutterstudie des Tierspitals Bern mit 24000 Franken unterstützte», erklärt Brigitte Meier.
Raufutterstudie läuft
Bei der Raufutterstudie handelt es sich um die Dissertation der Tierärztin Rahel Moser, welche die Auswirkungen verschiedener Arten von Raufutter auf die Gesundheit und die Leistung von Mastkälbern untersucht, da gemäss Tierschutzverordnung Artikel 37 Stroh allein nicht als geeignetes Futter gilt. Der Versuch wird an der Forschungsanstalt in Posieux sowie auf dem Praxisbetrieb in Diessbach durchgeführt. Nach einem Mastdurchlauf, nachdem 290 Kälber von total 870 geschlachtet und untersucht wurden, konnte Rahel Moser erste Resultate in Bezug auf Rasse, Mastdauer, Schlachtgewicht, Tageszunahme und Farbe präsentieren. Die definitiven Ergebnisse und deren Auswertungen erwartet sie in rund einem Jahr. Dann wird es auch möglich sein, eine Schlussfolgerung für das geeignetste Raufutter zu ziehen.
Im Verschiedenen störte sich ein TerraSuisse-Produzent daran, dass Migros für rote Kälber Abzüge macht, obwohl von Seiten der Micarna vor einem Jahr zugesichert wurde, dass für rotes Kalbfleisch kein Abzug gemacht würde. Ernst Graber von der Micarna erklärte, dass sie nicht für rotes, sondern für nicht konformes Kalbfleisch, das aussehe wie Rindfleisch, Abzüge machen würden.