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ePaper Schweizer Bauer

«Hattest du vorhin dieselbe Jacke an?», fragt die TV-Produktionsleiterin Sarina, die sich gerade für den «O-Ton», ein kleines Zwischeninterview, vor dem Laufstall in Stellung begibt. «Ja, genau», antwortet Sarina mit einem etwas erfrorenen Lächeln. Seit etwa zwei Stunden wird im Stall draussen gedreht.
Die junge Frau aus den Flumserbergen ist nach Bazenheid gekommen, um Silvan näher kennenzulernen. Zu einem erheblichen Teil geschieht dies in Gesellschaft des vierköpfigen Fernsehteams und vor der Kamera. Doch das scheint die 24-jährige Bauerntochter nicht sonderlich zu stören. «Man gewöhnt sich ziemlich rasch daran», bestätigt auch Silvan. Zusammen mit Sandra, Sarinas «Konkurrentin» aus Bern, wärmt er sich im Auto auf und wartet auf seinen «O-Ton». An der Stubete konnte sich Silvan nicht spontan für eine der zwei Damen entscheiden und hat deshalb kurzerhand beide eingeladen. «Für den ersten Tag, heute Abend muss dann die Entscheidung gefällt werden, gell Silvan», unterbricht die Produktionsassistentin mit einem Schmunzeln. Zeit für Silvans «O-Ton».
Kein Zickenalarm
Die beiden jungen Frauen sehen sich aber scheinbar kaum als Konkurrentinnen. Schon morgens lachen und scherzen sie zusammen. Auch jetzt, nach einer gefühlten Ewigkeit und zig Aufnahmen im kalten Laufstall haben sie den Humor noch nicht verloren. Dass sie im Stall wettkampfmässig gegeneinander antreten mussten, nehmen sie gelassen und haben sich beim nachfolgenden Traktorfahren die Arbeit gleich geteilt. Eine fürs Lenken und Schalten, die andere für Gas und Bremse. Oder wie war das noch mal?
Die kleine Frauenrunde in Silvans Auto ist heiter. «Irgendwas machst du falsch», zwinkern sie Silvan zu, als er zum Auto mit den beschlagenen Scheiben kommt – auch sein O-Ton ist im Kasten. Silvan ist nicht um eine Antwort verlegen: «Hmmm. Ah, weil die Scheiben beschlagen sind und ich nicht drin», schmunzelt er. Den Draht zu den beiden hat er anscheinend gefunden, die Sprüche fliegen hin und her. Es wird getestet, geflirtet und aus dem Nähkästchen geplaudert.
Wiederholt spontan sein
In der Mittagspause wärmen sich das TV-Team und die Protagonisten – also Silvan, Sandra und Sarina – beim Mittagessen auf. Was finden die Profis beim Drehen auf einem Bauernhof speziell? «Es ist schön, auf dem Bauernhof zu drehen. Doch gerade in den Bauernhäusern ist das fehlende Licht oft eine Herausforderung», findet die Produktionsleiterin. Silvan, Sarina und Sandra finden es spannend, Teil eines Drehs zu sein. «Es ist unglaublich, auf wie viele Details geachtet werden muss, damit dann das Ergebnis stimmt», findet Silvan. Ein Flieger, der den Ton stört, ein falsches Kleidungsstück, das vorher nicht getragen wurde und deshalb jetzt definitiv fehl am Platz ist, weil die Aufnahmen dann nicht zueinanderpassen Warten. Wiederholen. Was in der Sendung spontan aussieht, ist oft auch so, aber nicht immer. Etwa das Ankommen im Stall. Man fährt zum Stall, parkiert, bespricht, wie die Ankunft gefilmt wird, die Protagonisten fahren zurück und kommen nochmals an. Diesmal gefilmt und begutachtet vom TV-Team.
Entlastung
Kann da Romantik aufkommen? «Die Kamera ist ja nicht immer dabei. Und ausserdem lernen wir uns ja gerade erst kennen», schmunzelt Silvan.
Für die Dreharbeiten musste Silvan seinen Alltag etwas anpassen. «Ich habe jemanden, der hilft mir auch sonst mal aus, wenns knapp wird. Diese Woche macht er mir den Stall, wenn ich wegen der Dreharbeiten nicht kann.» Silvan bewirtschaftet einen 25-HektarenGrünlandbetrieb und produziert Bio-Weide-Beef. Der Dreh im Winter kommt ihm entgegen. Und da auch nicht konstant gedreht wird, kann er das eine oder andere trotzdem selber erledigen. Doch die Mittagspause ist um, der Dreh um die Entscheidung steht an.