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Die Schweizer Landwirtschaft soll mit einer Qualitätsstrategie in die Zukunft geführt werden. «Ich bin erfreut, dass jetzt wirklich alle mitmachen und am selben Strick ziehen», informierte am Freitag Manfred Bötsch, der Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW). Unter seiner Leitung tagte in Bern die Arbeitsgruppe Qualitätsstrategie zum ersten Mal. «Über 80 Akteure der ganzen Wertschöpfungskette, von der Landwirtschaft, der Industrie und dem Handel, sind da», sagte Bötsch.
Grundgerüst vorgestellt
Das BLW hatte vergangenen November ein Grundgerüst für den Aufbau einer Qualitätsstrategie vorgestellt. Sie stützt sich auf die drei Säulen Qualitätsführerschaft, Qualitätspartnerschaft und Marktoffensive ab. Nun gehe es darum, der Strategie noch einen konkreten Inhalt zu geben, so Bötsch. Alle hätten eingesehen, dass es nur zusammen gehe. Die Landwirtschaft müsse sich mit den Verarbeitern, den Grossverteilern, aber auch der Tourismusbranche ins selbe Boot setzen. «Es stellt sich die Frage, ob eine gemeinsame Dachmarke ins Leben gerufen werden muss», erklärte Bötsch.
Emotionen, Leidenschaft und Überzeugung
Um vom Know-how erfolgreicher Branchen zu profitieren, waren Gastreferenten wie Jean-Claude Biver, Chef der erfolgreichen Luxusuhrenmarke Hublot und Alpbesitzer, eingeladen. Von Biver könne man lernen, was es brauche, um gute Qualität in Wert zu setzen, sagte Bötsch. Neben Qualität und sauberem Handwerk brauche es vor allem Emotionen, Leidenschaft und Überzeugung beim Verkauf der Produkte, habe Biver aufgezeigt.
Zwingend müsse eine Qualitätssicherung vom Bauern bis hin ins Ladenregal auf die Beine gestellt werden. Die Produktesicherheit sei auf den Betrieben gewährleistet, doch eben nicht über die ganze Kette.
Auf die Frage, ob eine Qualitätsstrategie einen Hemmschuh für die Marktöffnung darstellen könnte, machte Bötsch klar, der Aufbau einer Qualitätsstrategie müsse so oder so erfolgen. Vielleicht seien die Streichungen bei der Absatzförderung auch darin begründet, dass man nicht überall überzeugt sei, diese Gelder seien gut eingesetzt.
Stolperstein Finanzierung
Mögliche Stolpersteine sieht Bötsch bei der Finanzierung. Auch bestehe noch Uneinigkeit, welchen Platz die aktuellen Labels zukünftig einnehmen werden. «Mit der Annahme der Motion Bourgeois zur Ernährungssouveränität erhalten wir Rückenwind», zeigte sich Bötsch zuversichtlich.