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Die Rindfleischproduktion Argentiniens soll in diesem Jahr nach einer schweren Trockenheit spürbar sinken. Damit rechnet das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten in einer aktuellen Prognose. Die Botschaft der USA in Buenos Aires geht davon aus, dass die Rindfleischerzeugung der Argentinier 2010 gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf 2,8 Mio t zurückgeht. Ihre Schätzung für das Jahr 2009 hob die Botschaft kräftig an, und zwar um 200 000 t oder 6 % auf 3,4 Mio t.
Zu wenig Futter
Als Grund wird die Verkleinerung vieler Herden infolge der Dürre angegeben. Durch ein vielerorts fehlendes ausreichendes Futterangebot wurden mehr Tiere als üblich geschlachtet, so dass mehr Fleisch auf den Markt kam. Dieses fand laut den Erhebungen der Amerikaner sowohl auf dem heimischen argentinischen wie auch auf den Auslandsmärkten seine Abnehmer. So gehen die Marktexperten in ihrer Prognose davon aus, dass die Argentinier im vergangenen Jahr insgesamt 652 000 t Rindfleisch exportierten, nach 421 000 t im Jahr zuvor. Im Zuge der diesjährigen Angebotsverknappung sollen die Ausfuhren 2010 auf 380 000 t Rindfleisch schrumpfen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Minus von mehr als 40 %.
Hilton-Quote
Von großer Bedeutung für den europäischen Markt ist die sogenannte Hilton-Quote, mit der die Argentinier Steaks zu günstigen Konditionen auf den EU-Markt bringen können. Bei der Nutzung dieses Kontingents hat es den Amerikanern zufolge Verzögerungen gegegeben, weil die Regierung sich mit der Verteilung der Hilton-Quote viel Zeit gelassen hat. Jetzt könnte laut Einschätzung von Marktbeobachtern weniger Hilton-Rindfleisch in die Europäische Union gelangen als es den Argentiniern eigentlich möglich wäre.
Pro-Kopf-Verbrauch bei 60 kg
Aber auch der inländische Rindfleischkonsum der Gauchos soll stark abnehmen, und zwar von einer Verbrauchsspitze von fast 69 kg pro Kopf im vergangenen Jahr auf das immer noch sehr hohe Niveau von gut 60 kg in diesem Jahr. Im Gegenzug sollen die Konsumenten mehr Geflügel- und Schweinefleisch einkaufen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sollen die Preissteigerungen für Rindfleisch sein. Die Botschaft der USA in Buenos Aires berichtet von einer deutlichen Steigerung der Viehpreise im ersten Quartal 2010 um 70 % bis 80 % gegenüber dem Vorjahresniveau. Im Lauf der nächsten Woche rechnen Branchenexperten allerdings mit einer Korrektur nach unten. Die Voraussetzungen für die Rindfleischproduktion in Argentinien sind nach Überwindung der Dürre und reichlichen Regenfällen jedenfalls laut Einschätzung der Experten aus Washington wieder gut.