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Die Butterlager haben per 13. März 2010 einen Bestand von 6035 Tonnen erreicht. Die Botschaft der BO Butter ist deshalb unmissverständlich: In den nächsten Wochen würden die Lagerbestände aus dem Vorjahr übertroffen werden, schreibt die BO Butter in einer Medienmitteilung. «Mit dem Beschluss der Branchenorganisation Milch (BOM), den Mengenindex auf 100 Punkte zu kürzen und 62 Millionen kg Milch zwingend über die Milchbörse zu handeln, wird sich die Überschusssituation im Milchfettmarkt nicht ändern», heisst es weiter. Um die Situation zu beruhigen, müssen laut BO Butter dringend erforderliche Marktabräumungen beschlossen werden.
Die Lage auf dem Buttermarkt sei tatsächlich dramatisch, bestätigt Christoph Grosjean-Sommer, Mediensprecher der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Hauptgrund dafür sei die Tatsache, dass die Mengenausweitung der letzten drei Jahre nicht etwa in die Käseproduktion oder andere, wertschöpfungsstarke Produkte gegangen sei: «Fast das ganze Milchmengenwachstum in den letzten drei Jahren ging letztendlich in die Produktegruppen Milchfett und Dauermilchwaren, also Milchpulver.»
Milchstandardisierung
Bei Konsummilch habe es eine grosse Abnahme wegen der neuen Milchstandardisierung gegeben. Wegen der Senkung des minimalen Milchfettgehalts von 3.8% auf 3.5% Fett für Vollmilch komme noch zusätzlich Butter auf den Markt.
Dabei sei das Produktionspotenzial namentlich an Milchkühen nach wie vor unverändert hoch. Dazu komme, dass bisher niemand Mittel gesprochen hat, um den Buttermarkt zu entlasten: «Letztes Jahr hatten wir immerhin noch 115 Millionen Franken dafür zur Verfügung.» Es sei deshalb ein Gebot der Stunde, mit den Instrumenten der Mengenführung Vernunft walten zu lassen. «Doch dafür sind letztlich die Marktorganisationen verantwortlich. Sie haben die qualifizierte Mehrheit im BOM-Vorstand. Sie müssen entscheiden», sagt Grosjean.
Nicht alle Milch an Börse
Im Februar hat der BOM-Vorstand beschlossen, den Mengenindex für Vertragsmilch von 103.6% auf 100% zu kürzen. Demnach sollten seit 1.März bis Ende Juni 62 Millionen Kilo Milch zusätzlich über die Milchbörse verkauft werden. Die Menge an der Börse ist unter den Erwartungen, sagt BOM-Geschäftsführer Daniel Gerber: «Es kommt zwar mehr Milch an die Börse, aber nicht so viel, wie eigentlich kommen sollte.»
Gründe sind unklar
Er könne im Moment auch noch nicht sagen, warum das so sei. Diese Frage sei Gegenstand der BOM-Vorstandssitzung am Donnerstag, sagt Gerber. Zudem habe sich der Preis der gehandelten Milch an der Börse nicht wesentlich verändert. «Der Milchpreis ist nicht unter die Preisschwelle von 53.2 Rappen gefallen», erklärt er.
Wenn der Preis fortdauernd unter die Preisschwelle fallen würde, dann müsste die Milch zwangsläufig abgeräumt werden. «Es ist im Moment nicht ganz einfach, die verschiedenen Signale zu interpretieren», meint Gerber. Die Forderung nach einer Marktabräumung bestehe, und der BOM-Vorstand werde an der nächsten Sitzung entsprechende Entscheide fällen.
Miba erhöht Menge
Die PO Miba, welche bisher überhaupt keine Mehrmengen bewilligt hatte, will nun produktionswilligen Milchbauern entgegenkommen. Miba-Geschäftsführer Christophe Eggenschwiler bestätigt entsprechende Gerüchte: «Wir haben festgestellt, dass jedes zusätzliche Kilo, wenn nicht von der Miba dann garantiert von jemand anderem produziert wird.» Er betont allerdings, dass dadurch der Gesamtmengenindex nicht erhöht werde. «Wir hatten immer eine Puffer-Menge, die wir jetzt ausschöpfen», so Eggenschwiler. «Wir sprechen nicht von Mehr- oder Zusatzmengen, sondern von Ergänzungsmengen», betont Eggenschwiler.